nyhet: "Ich habe da noch einen Champagner im Kühlschrank."
Oha. Bei dieser Ankündigung wurde ich hellhörig. Perlen auf meiner Zunge. Prickeln. Bitzeln. Kribbeln. Was will mir nyhet damit sagen?
nyhet: "Den würde ich gern mit dir und ein paar Mädels köpfen."
Ich Glückliche, ich darf auch ran.
nyhet: "Brunch oder Kaffeetrinken?"
Ganz klar: pro Brunch.
nyhet: "Bei dir in der Wohnung."
Was?
nyhet: "Du hast mehr Platz."
Korrekt.
nyhet: "Aber mach dir bloß nicht zu viel Aufwand."
Jaja, sie kennt mich gut.
nyhet: "Und nicht zu viel Essen."
Ob sie damit auf eine Geburtstagsfeier vor ein paar Jahren anspielt?
nyhet: "Wir bringen auch etwas mit."
Das klingt fair, blöd nur, dass uns nichts Zündendes einfiel. Bis auf Brötchen.
nyhet: "Sag an, was."
Nach langem Grübeln kamen wir immerhin auf Saft.
nyhet: "Ach, wenn du etwas mit Milch machst - zwei von uns vertragen keine Laktose."
In meinen Desserts ist oft Milch drin. Zeit für eigene Erfahrungen mit laktosefreien Produkten. (Das klappte ganz gut mit der Erdbeermousse-Tarte, aber etwas gewöhnungsbedürftig finde ich den Geschmack laktosefreier Milch und den klumpig-kompakten Fettdeckel laktosefreier Sahne schon.)
Fünf Mädels. Ein Champagner. Ein Pfingstsonntagsbrunch.
Da Sommer vorhergesagt war, schwebte mir etwas Sommerliches vor. Ein Blick ins Bücherregal, der Ideengeber herausgezerrt und bei einem Kaffee unter der Nachmittagssonne durchgeblättert. Da ich nicht zu der Fraktion gehöre, die sofort nach dem Bücherkauf bunte Merkzettel verteilt, entdecke ich ein kulinarisches Buch mit jedem Lesen neu. Als hätte ich es noch nie gesehen.
Tanja Dusys "Sommerküche" hat viele Fans gefunden. Das war mir bei Streifzügen durch die Blogwelt schnell aufgefallen. Nur logisch, dass dieses Buch den Weg auch in meine Sommerküche finden musste. Im Winter. Aber Bücher werden ja nicht schlecht, und jetzt durfte es sich bewähren. Vegetarisch sollte es sein, und am besten ein Salat. Bei einem Bulgur-Kichererbsen-Salat blieb ich hängen und kratzte mich am Kopf. Im Titel steht etwas von Schafskäse. Der taucht jedoch weder in der Zutatenliste noch im Text noch auf dem Bild auf. Noch einmal und noch einmal gelesen, nix.
Egal, denn der Bulgur-Kichererbsen-Salat mit Sauerkirschen und Pistazien kam ganz hervorragend an. Auch ohne Schafskäse. Kein Fitzelchen blieb übrig.
Die Zutaten für 6 Personen als Hauptspeise (sicher können auch 8 Personen glücklich werden, so ein Berg türmte sich in der Schüssel auf):
250 g Bulgur
1 Dose Kichererbsen (240 g Abtropfgewicht)
1 Salatgurke
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 Bund Rucola
1 Bund Petersilie, glatt
1/2 Bund Minze
3 bis 4 Stängel Estragon
60 g Pistazien, ungesalzen
100 g Sauerkirschen, getrocknet
Salz
Pfeffer
Saft einer Orange
Saft einer Zitrone
8 EL Olivenöl (meines war aus, deshalb habe ich Rapsöl genommen)
Einen halben Liter Wasser zum Kochen bringen. Salzen und den Bulgur hineingeben. Herunterschalten und 5 Minuten köcheln lassen. Den Topf vom Herd nehmen. Bulgur etwa 10 Minuten quellen lassen, dann in ein Sieb geben, abtropfen und erkalten lassen.
Kichererbsen in einem Sieb abtropfen lassen und mit kaltem Wasser abspülen. Gurke schälen, der Länge nach halbieren und mit einem Löffel die Kerne herausschaben. Jede Hälfte längs in vier Streifen schneiden und würfeln. Frühlingszwiebeln waschen, putzen und in feine Ringe schneiden. Rucola und die Kräuter waschen. Estragonblätter von den Stängeln zupfen und fein hacken. Grobe Stiele des Rucolas abschneiden, Petersilien- und Minzblätter von den Stielen zupfen, alles zusammen nicht zu grob hacken. Pistazien anrösten, bis sie fein duften. Abkühlen lassen und grob hacken. Sauerkirschen ebenfalls grob hacken.
Alle Zutaten in einer großen Schüssel vermengen. In einem kleinen Schüsselchen Orangen- und Zitronensaft mit dem Öl verrühren und über die Salatzutaten geben, gut umrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Kann sofort gegessen werden, schmeckt aber auch ganz hervorragend, wenn er eine Nacht durchgezogen hat. Dann ist allerdings die Versuchung größer, immer wieder ein Schüsselchen abzuzweigen, spricht aus Erfahrung




