30. April 2012

Matjes... jes jes jes: Tatar mit Backpflaume, Gurke und Kresse


Geht es euch eigentlich auch so wie uns: Bei diesem warmen, sommerlichen Wetter bekommt ihr mittags Appetit auf etwas Leichtes, was dann auch noch schnell geht? Also wir könnten im Moment die Gänsekeule links liegen lassen und lieber zu diesem Matjes-Tatar (aus Hensslers schneller Nummer) greifen.

Und damit aus "könnten" auch bei euch "können" wird, gibt es das folgende Rezept hier mit Schmecktganzbestimmtrichtiggut-Garantie.

Für 2 Portionen braucht ihr:

1 Matjes-Doppelfilet
1/2 Gurke
1/2 Zwiebel
3 Trockenpflaumen
1/2 Zitrone
etwas Kresse
Salz, Pfeffer, Olivenöl zum Abschmecken

PS: Im Originalrezept wurde die Zwiebel in den Zutaten vergessen und in der Anleitung die Gurke ;-)

Zuerst den Schwanz des Matjes abschneiden und kontrollieren, ob noch irgendwo fiese dicke Gräten sind. Diese vor dem Schneiden mit einer Grätenzange (alternativ: Brauenzupfgerät) entfernen. Die kleinen, feinen Gräten kann man mitessen. Den restlichen Fisch in Stifte und dann in Würfel schneiden.
 
Die Trockenpflaumen ebenfalls in möglichst kleine Stücke schneiden. Die Zwiebelhälfte abziehen und fein hacken. Die Gurke in Stifte schneiden und dann in kleine Würfel, wer mag, schält sie vorher.
 
Nun die Gartenkresse klein schneiden und zusammen mit den Trockenpflaumen, den Matjeswürfeln und den Gurkenwürfeln in eine Schüssel geben und miteinander vermengen. Die halbe Zitrone auspressen und den Saft zusammen mit ein wenig Olivenöl mit der Matjesmasse vermischen. Die Mischung mit Pfeffer abschmecken und eventuell etwas Salz hinzugeben, aber Achtung: Matjes ist schon recht salzig! 
 

Die Masse in einen Ausstechring füllen und ganz leicht andrücken. Schließlich den Ausstechring auf den Tellern platzieren, abnehmen und servieren. Wer noch mag und zufällig im Kühlschrank hat, kann Schmand (oder Crème fraîche) dazu reichen oder unter die Matjesmasse rühren.

Und dann ganz schnell die Gabel rein und das Türmchen zerstören...


Einen frohen Start in die warmen Tage wünscht euch

29. April 2012

Gelungener Rettungseinsatz: Rhabarber-Käsekuchen mit Streuseln


Als ich mich vor einigen Tagen durch die "Zeit online" las, stolperte ich über einen kulinarischen Artikel. Alle meine süßen Sinne wurden sofort in Alarmbereitschaft versetzt. Eine Entdeckungsreise auf der Suche nach dem besten Käsekuchen. Hatte der Autor ihn womöglich gefunden?

Atemlos verfolgte ich seine Tour durch kleine Bäckereien im süddeutschen Raum. Dass ich nicht kosten konnte und trotzdem meine Geschmacksknospen verrückt spielten, verschaffte mir ein paar harte Minuten. Am Schluss landete ich bei einer kleinen Rezeptauswahl. Wo war der Drucken-Button?

Der Drucker schob flott ein paar Seiten in meine auffangbereiten Hände. Und schon kräuselte sich meine Stirn. Vanillepuddingpulver? Das geht gar nicht. Und manche Mengenangaben ließen mich zweifeln. Wurden die Rezepte tatsächlich ausprobiert? Oder hatte der eine oder andere Bäcker seine Geheimrezeptur doch für sich behalten? Und wir lasen eine abgewandelte Version? Die Kommentare sind auch verhalten bis kritisch. Ich war sehr skeptisch, schickte Sybille dennoch einen Hinweis. Denn auch sie ist wie ich auf der Suche.

Mich ließ der Artikel nicht los, also bastelte ich mir aus den diversen Rezepten meine eigene Version für einen Rhabarber-Käsekuchen mit Streuseln. Der Mürbteigboden stammt von der "Hohen Käsetorte", ich habe ihn jedoch abgewandelt. Die Füllung guckte ich mir beim "Bauernkäsekuchen" ab, passte die Menge an und musste sogar zu einem kleinen Rettungseinsatz eilen.

Denn als die Milch noch neben der Quarkmasse stand, kratzte ich mich am Kopf. Doch schon recht flüssig, wie sollte bloß der Rhabarber obenauf "schwimmen". Schwupp. Da erwischte ich mich die Milch unterrührend. Mist, der letzte Quark. Das war's dann wohl! Nein, eben nicht. Gar nicht dumm, die Quarkmasse zu erwärmen. Durch die Stärke und Eier dickt sie etwas ein und führt so zum Genuss. Lest selbst! 



Die Zutaten für eine Springform mit 26 cm Durchmesser:
Für den Boden:
250 g Mehl
50 g Zucker
Prise Salz
125 g Butter, zimmerwarm
1 Ei

Für die Füllung:
4 bis 5 Stangen Rhabarber 
250 g Quark
250 g Ricotta
3 Eier (Größe M)
125 g Zucker
25 g Stärkemehl
150 ml Milch

Für die Streusel:
75 g Zucker
150 g Butter
150 g Mehl

Mehl, Zucker, Salz und Butter mit den Fingerspitzen schnell verkneten, bis eine sandige Masse entsteht. Ei zugeben und alles zu einem glatten Teig verarbeiten. Falls er auseinander bricht, etwas Milch oder Wasser zugeben. In Folie eingewickelt im Kühlschrank mindestens eine halbe Stunde ruhen lassen.

In der Zwischenzeit die Füllung vorbereiten. Rharbarber entfädeln, schälen und in 2 cm lange Stücke schneiden. Beiseite stellen.

Quark, Ricotta, Eier, Zucker und Stärkemehl mit dem Schneebesen zu einer homogenen Masse mischen. Milch unterrühren. In einem Topf erwärmen, aber nicht zum Kochen bringen. Ausdauernd mit dem Schneebesen rühren, bis die Masse cremig wird. Von der Herdplatte nehmen und abkühlen lassen.

Für die Streusel (die ich wie immer freihändig zusammengemischt habe) Zucker, Mehl und Butter verkneten.

Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Teig ausrollen und die Springform auskleiden. Einen etwa 4 cm hohen Rand bilden. Käsecrème einfüllen (wenn sie noch warm ist, macht das überhaupt nichts). Vorsichtig die Rhabarberstücke darauf verteilen - sie sollten oben bleiben. Streuselmasse auf den Rhabarber geben. Ab in den Ofen für 45 bis 50 Minuten auf der mittleren Schiene und herausnehmen, sobald Streusel und Rand golden braun sind.

Mindestens 15 Minuten abkühlen lassen, auch wenn es schwerfällt. Wir konnten kaum abwarten und schnitten - no risk no fun - den Kuchen an, als er noch gut warm war. Glück gehabt, die Käsemasse war gestockt. Für ein Abbild des noch unberührten Kuchens blieb dieses Mal keine Zeit, ich musste sofort das erste Stück mit den anderen unter lauten Mmmhs und Mmmhs auf der Zunge zergehen lassen.

Wir waren uns einig, dass wir schon wieder einen wundervollen Käsekuchen gegessen haben. Feine cremig leichte Füllung, säuerlicher Rhabarber und knackige Streusel. Der perfekte Frühlingssonntagskuchen, meint

26. April 2012

Tee-Gebäck: Matcha-Heidesand mit Sauerkirschen und weißer Schokolade


Keksalarm!

In letzter Zeit verspüre ich wieder großen Appetit auf Kekse. Schnell gebacken, nebenher geknuspert, in den Kaffee gestippt und in meiner knallroten Keksdose eine ganze Weile aufgehoben. Vorausgesetzt natürlich, sie überleben spontane Gelüste.

Mit Keksen lässt sich wunderbar experimentieren. Eine Idee schwirrte mir schon seit einiger Zeit im Kopf herum: Matcha in Keksform. Gut, wirklich neu ist der Gedanke nicht. Und auch Heidesand wurde schon in Grün in dem einen oder anderen Blog gesichtet. Aber ich wollte noch etwas damit kombinieren, von dem ich lange Zeit nicht wusste, was es ist. Bis ich eines Samstags auf meinem geliebten Markt in der Warteschlange ausharrte, die an jedem Wochenende den Wagen meines geliebten türkischen Aufstrich- und Trockenfrüchte-Händlers schmückt. Zeit genug, das Angebot zu studieren - und schon hatte ich meine Kekszutat gefunden.

Getrocknete Sauerkirschen. Mit ihrem intensiven Aroma und ihrer bitzelnden Säure sollten sie eine wundervolle Beigabe sein. Etwas weiße Schokolade, et voilà. Matcha-Heidesand mit Sauerkirschen und weißer Schokolade. Die Zubereitung geht rasend schnell: Grundrezept anpassen. Extras zugeben. Fertig.


Die Zutaten für etwa 25 Stück:
125 g Zucker (statt des normalen Haushaltszuckers nehme ich beim nächsten Mal feinen oder feinsten Zucker, dann ist die Konsistenz noch etwas zarter)
125 g Butter
150 g Mehl (Type 405; mein Grundrezept sagt 200 g, wegen der Beigaben habe ich den Mehlanteil reduziert)
2 bis 3 TL Matcha-Pulver
eine Handvoll getrocknete Sauerkirschen
100 g weiße Schokolade, grob gehackt

Am Vortag oder morgens die Sauerkirschen in Wasser - ich wollte den ursprünglichen Kirschgeschmack nicht verfälschen - mehrere Stunden einweichen, danach auf einem Küchenkrepp verteilen und äußerlich trocknen lassen. Sie bleiben schön saftig und sind weich.

Die Butter schmelzen und leicht braun werden lassen. Von der Herdplatte nehmen und abkühlen lassen (ich habe den Topf in den Kühlschrank gestellt). Dann den Zucker gut einrühren. Mehl und Matcha-Pulver in einer Schüssel gut mischen, bis keine Matcha-Klümpchen mehr vorhanden sind, und danach unter die Butter-Zucker-Masse kneten. Am Schluss zügig Sauerkirschen und die gehackte Schokolade einarbeiten. Den Teig zu langen Rollen von 4 cm Durchmesser formen, in Frischhaltefolie einwickeln und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank fest werden lassen. Besser ist über Nacht.

Den Backofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorwärmen. Kurz vor dem Backen die Rollen aus dem Kühlschrank nehmen, aus der Folie wickeln und mit einem scharfen Messer ohne Zinken in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und etwas Abstand lassen. Eventuell bricht oder bröselt die Scheibe ein wenig, dann nach dem Ablegen leicht zusammendrücken. Etwa 10 bis 12 Minuten backen und aus dem Ofen ziehen, sobald die Kekse anfangen zu bräunen. Sie fühlen sich weich an und werden erst während des Abkühlens fest. Deshalb auf dem Papier liegend komplett auskühlen lassen.

Wir haben sie mit einem Milchkaffee genossen und finden sie sehr markant. Den Matcha schmeckt man sehr gut heraus, aber die Sauerkirschen und die weiße Schokolade balancieren die vielfältigen Aromen sehr gut aus. Das bestätigt meine zarte Erfahrung, dass Matcha gut mit säuerlichen Früchten harmoniert.

Experimentierfreudig grüßt

24. April 2012

Dem Trend hinterhergebacken: Eierlikör-Mini-Gugelhupfe


Wer regelmäßig Blogs liest, dem dürften gewisse Trends und Moden nicht entgehen.

Wie kürzlich Micha und ich feststellten, ist es gerade schwer angesagt, seine erfolgreichen Back-, Koch- und Bratergebnisse mit den eigenen Händen in die Kamera zu halten. Es darf natürlich auch ein Hand-Model sein, denn nach so mancher Küchenaktion sind der Bäckerin oder des Kochs Hände sicherlich nicht immer die fotogensten. So besteht wenigstens kein Anlass zur Sorge, dass man sie sich wie Boris - das erfolglose Männer-Hand-Model in "Schwarze Schafe" - aus Frust abhacken lassen würde. (Ich bin ratlos, warum mir gerade dieser Film und genau diese Episode daraus einfallen.)

Ein weitaus schmackhafterer Trend sind die vielen Eierlikör-Rezepte, an denen ich in diesem Jahr nicht spurlos vorübergehen konnte. Pünktlich zur Osterzeit lachten sie mich aus so vielen Beiträgen an, dass ich fest entschlossen war, diesmal etwas auszuprobieren. Aber die Wahl war eine echte Qual. Ich habe so lange gebraucht, dass Ostern schon Geschichte war und ich noch immer nichts auf die Kuchentafel gestellt hatte. Schließlich nahm ich mir ein Herz und entschied: Ein Eierlikörkuchen sollte es werden. Den Likör hatte ich nach Stephs Anleitung gebraut, allerdings mit polnischem Büffelgras-Wodka in Ermangelung des Cognacs. Daumen hoch. Erste Sahne.

Dann suchte ich nach einem Rezept für einen Rührkuchen - und fand doch immer wieder ein und dasselbe. Das einzige, was variierte, war die Zuckermenge. Das nenne ich einen echten Klassiker! Wer hätte gedacht, dass ich jemals ein Rezept nachbacken würde, das aus einem Tupperware-Backbuch zu stammen scheint?! Ich jedenfalls nicht. Meine Vorlage für die Eierlikör-Mini-Gugelhupfe bildete wiederum Stephs Rezept, das ich um ein Fünftel reduzierte und etwas veränderte. Es purzelten trotzdem 16 kleine Küchlein aus der Form auf unsere Teller und Hände. Letztere mussten die Kamera halten, nicht die Gugelhupfe.


Die Zutaten für 16 bis 18 Mini-Gugelhupfe (Originalrezept um ein Fünftel reduziert):
180 g feinster Zucker (Original proportional reduziert: 200 g Puderzucker; mir waren die Gugelhüpfchen ein wenig zu süß, ich werde deshalb beim nächsten Mal 150 g nehmen)
4 Eier (Größe M)
1 EL Vanilleextrakt
300 ml Eierlikör (Original proportional reduziert: 200 ml; selbstgemacht, für überzählige Eiweiße empfehle ich Visitandines.)
250 ml Rapsöl (Original proportional reduziert: 200 ml)
100 g Mehl
100 g Speisestärke
4/5 Päckchen Weinsteinbackpulver

Eier mit dem Zucker schlagen, bis die Masse weiß und richtig schön schaumig ist. Das dauert ein paar Minuten. Dann Vanilleextrakt, Eierlikör und Rapsöl nacheinander zugießen und alles gut verrühren.

Den Backofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

In einer Schüssel Mehl, Speisestärke und Backpulver mischen, bis keine Stärkeklümpchen mehr zu sehen sind. Mit einem Schneebesen unter die Eiermasse heben, bis die Masse homogen ist. Die Backform fetten und ggf. mit Mehl bestäuben. Masse bis 1 cm unter den Rand eingießen und etwa 20 Minuten backen. Vor dem Herausnehmen etwas abkühlen lassen.

Wer mag, siebt Puderzucker über die kleinen Küchlein. Fertig! Die ersten Gugelhupfe haben das nicht erlebt - der köstliche Duft, der aus dem Ofen in meine Nase schwebte, ließ alle Hemmungen fallen. Die ersten beiden Eierlikör-Mini-Gugelhupfe landeten noch warm direkt auf meiner Hand und in meinem Mund. Köstlichst! Sie waren auch nach fünf Tagen wunderbar fluffig, aromatisch und frisch. Außen hatte sich eine leichte Kruste gebildet, sicher weil ich den Puderzucker fast überall weggelassen hatte.

Früh morgens in einen Café au lait gestippt, fing der Tag ganz golden schimmernd und schmeckend an. Erinnert sich wehmütig


PS: Aber es steht ja noch Eierlikör satt im Kühlschrank ...

22. April 2012

Schnell und leicht: Rhabarber-Minz-Trifle


Rhabarber blitzte mir gestern an jedem Marktstand entgegen. Da konnte ich natürlich nichts anderes tun als zuschlagen. Ich war auch nicht ohne Idee losgezogen, sackte noch einen Bund Minze ein - und hätte fast doch noch etwas ganz anderes Süßes zubereitet. Das ist nur verschoben auf einen anderen Sonntag.

Vor einiger Zeit hatte nyhet ihren Schwarzwälder-Kirsch-Trifle zubereitet. Zwar konnte ich nicht kosten, aber ihrer Beschreibung nach muss er fantastisch gewesen sein. Mir ging er also nicht mehr aus dem Kopf. Rhabarber würde doch auch gut passen! Ich suchte ein wenig und fand nur Desserts, in denen neben Rhabarber auch Erdbeeren verarbeitet werden. Das geht nicht! Auch wenn überall schon pralle rote Früchte ausliegen, kann ich sie nicht kaufen. Einmal "zuckersüße Erdbeeren" - so der O-Ton des Händlers - im April gekauft und fürchterlich enttäuscht. Zu recht, ich hätte es wirklich besser wissen müssen. Also nie wieder.

Glücklicherweise scheine ich gerade auf dem Kräuter-Obst-Süß-Tripp zu sein, deshalb kein Wunder, dass mir eine neue Kombination des Wegs kam. Mit Minze. So gibt es heute hier einen Rhabarber-Minz-Trifle. Bei uns dekorativ auf Gläser verteilt, wird er traditionell in einer großen Schüssel für alle Mitesser auf den Tisch gestellt.


Die Zutaten für 4 Gläser + einen großen Probierlöffel:
Für den Minz-Biskuit:
2 Eier (Größe L)
Prise Salz
30 g Zucker
2 EL frische Minze, fein gehackt
50 g Mehl
25 g Butter, geschmolzen und leicht abgekühlt
Saft einer halben Orange
ein paar Blätter frische Minze

Für die Rhabarber-Schicht:
3 Stangen Rhabarber
3 EL Zucker
Saft einer halben Orange
50 ml Wasser

Für die Sahne-Schicht:
150 ml Schlagsahne
1 TL Puderzucker
1 TL Vanilleessenz

Den Biskuit habe ich diesmal ein wenig anders gemacht: Eier trennen. Minze hacken und mit dem Zucker mischen. Eiweiße mit dem Salz steif schlagen, dann Eigelbe zugeben und weiterrühren. Unter Rühren Minzzucker, danach das Mehl und zum Schluss die Butter unterrühren. Auf einen mit Backpapier ausgekleidetes Backblech geben und glatt streichen, aber nicht zu dünn. Bei 170 Grad Ober-/Unterhitze etwa 12 bis 15 Minuten backen. Herausnehmen und abkühlen lassen, dann entweder in Stücke reißen oder mit einem Teigrädchen teilen.

Orangensaft mit den Minzblättern erhitzen, 2 bis 3 Minuten köcheln lassen und erhalten lassen. Danach die Minze herausnehmen.

Den Rhabarber schälen, entfädeln und in 2 bis 3 cm lange Stücke schneiden. Dicke Stücken noch einmal der Länge nach halbieren. In einem Topf Orangensaft, Wasser und Zucker zum Kochen bringen, etwas einreduzieren lassen. Rhabarberstücke zugeben und köcheln, bis sie weich werden und so wenig wie möglich zerfallen (nach meiner Erfahrung praktisch unmöglich). Abkühlen lassen.

Sahne steif schlagen und "unterwegs" Puderzucker sowie Vanilleessenz unterrühren. Kalt stellen.

Das Zusammenbauen ist der letzte Schritt: In jedes Glas ein paar Stückchen des Biskuits geben, mit Minz-Orangensud beträufeln, Rhabarberkompott darauf geben und mit Sahne abschließen. Dann die nächste Schicht. Den Biskuit ruhig etwas andrücken. Beträufeln, Rhabarber drauf und mit Sahne abschließen. Ein Minzblatt als Dekoration - fertig. Etwa eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen und dann genießen!

Wir essen den Trifle heute Abend nach dem Spargel. Einen Löffel musste ich mir natürlich schon genehmigen. Fein fein, sagt und grüßt

20. April 2012

Nachgemacht: Hensslers Rotkohlsalat und Frischkäseaufstrich



Zur Zeit schaue ich nachmittags viele Kochsendungen, von Küchenschlacht über Topfgeldjäger bis hin zu den Kochprofis. Dabei blieb mir besonders dieser Rotkohlsalat von Steffen Henssler im Gedächtnis. Leider endet die Kohlsaison so langsam, aber dafür beginnt ja schon die Spargelsaison...

Für den Rotkohlsalat braucht man:

1-2 TL Honig
1/4 Rotkohl
1 Birne
20-30 ml Balsamico-Essig
1/2 Zitrone (im Original: Limette)

Momentan verzichte ich auf Fleisch und Wurst und gönne mir höchstens 1x im Monat ein leckeres und gutes Steak, was (hoffentlich) von einem Tier stammt, was artgerecht gehalten wurde und nicht bis an den Rand mit Antibiotika vollgestopft wurde. Deswegen habe ich das Schweinefilet aus dem Rezept nicht nachgekocht. Allerdings hatte ich noch Frischkäse im Kühlschrank und daher habe ich aus dem Käse zum Überbacken lieber einen Käse zum Aufs-Brot-schmieren gemacht, der wirklich hervorragend (und für mich überraschend) zum Rotkohlsalat passt.

Zutaten für den Frischkäseaufstrich:

ein wenig frischer Thymian, gehackt
50 g Frischkäse
1 TL Honig
1 TL Senfrest aus dem Kühlschrank (Original: Dijonsenf)


Den Rotkohl halbieren, dann vierteln (ggf. jetzt den Strunk heraus schneiden) und mit dem Messer in feine Streifen schneiden. Wer eine Reibe hat, kann diese natürlich auch verwenden. Die Birne schälen, entkernen und in feine Streifen schneiden. Mit dem Rotkohl vermischen. Eine Prise Salz, den Honig und den Balsamico-Essig darüber geben. Etwas Zitronenschale reiben, aber darauf achten, wirklich nur das Gelbe zu erwischen: nur hier sitzt der Zitronengeschmack. Die halbe Zitrone auspressen und die Schale und den Saft ebenfalls zum Rotkohl geben. Alles gut durchkneten und mindestens zehn Minuten marinieren lassen.

Den Frischkäse in eine Schüssel geben, glatt rühren und mit etwas Honig, dem Senf und fein gehacktem Thymian in einer Schüssel vermengen.


Ich vermisse das Fleisch bei dem Gericht gar nicht und bin auch immer wieder froh über neue Salatvarianten!

Viele Genüsse,

18. April 2012

Nachschlag: Rosmarin Fior di Latte-Eis auf Rhabarberkompott


Ich bin derzeit etwas in Eile mit meiner masterlichen Arbeit, deshalb fallen die Texte hier etwas knapper und einfallsloser aus als sonst. Dennoch kommt das Süße nicht zu kurz, schließlich kenne ich keine bessere Nervennahrung. Und wenn ich so vor mich hin rühre und knete, siebe und Eier trenne, abmesse und verkoste, dann ist das meine perfekte Entspannung. Sowohl körperlich als auch geistig. Zumal mir in diesen Momenten auch schon wieder neue Ideen kommen, was ich noch alles schreiben, prüfen, verbessern muss. Wie ich Kapitel pfiffig einleiten, den Text anders strukturieren oder alles thematisch völlig neu aufsetzen könnte. Nein, so war das nicht gemeint. Meine Arbeits- und Denkpausen!

An Ostern habe ich in so einer Phase der Ablenkung einen hübschen neuen Blog entdeckt, obwohl ich nur nach einem Brotrezept gesucht hatte. Und heute vermochte Emiko Davies mich schon wieder zu verführen, ist das die Möglichkeit! Aber wie konnte sie auch ahnen, dass ich noch vom Wochenende alle Zutaten zu Hause hatte, die für ihr Eis brauchte. Ein Kompott köchelte ich auf eigene Faust dazu, und im Handumdrehen stand es auf dem Tisch: ein Rosmarin Fior di Latte-Eis auf Rhabarberkompott. Komisch, schon wieder diese Aromenkombination ...


Die Zutaten für 6 bis 8 Portionen (ich habe die Hälfte zubereitet):
Für das Eis:
500 ml Vollmilch
250 ml Sahne
130 g Zucker (Original: 150 g)
4 Zweige frischer Rosmarin

Für das Kompott:
3 Stangen Rhabarber
Saft einer Orange
3 bis 4 EL Zucker

Vollmilch mit dem Zucker und den Rosmarinzweigen erhitzen, aber nicht kochen. Umrühren. Am Rand zwischen Milch und Topf sollen Bläschen erscheinen, Dampf steigt auf - Topf vom Herd ziehen. Deckel drauf und abkühlen lassen.

Danach die Sahne einrühren und die Rosmarinzweige entfernen. Sofort in der Eismaschine gefrieren lassen.

In der Zwischenzeit Rhabarber schälen und in 1,5 bis 2 cm große Stücke schneiden. Mit Orangensaft und Zucker aufkochen und etwa 10 Minuten köcheln lassen. Die Stücke können leicht zerfallen, sollen aber noch erkennbar sein. Abkühlen lassen.

Und schon kann angerichtet werden! Bei den Fotos musste ich mich ganz schön sputen. Zur Belohnung habe ich das Fotomodell sofort aufgeschleckt. Ganz, ganz köstlich, könnt ihr glauben! Ein Eis-Rest schlummert nun im Tiefkühlschrank und wartet darauf, dass nyhet mit dem großen Löffel kommt.

15. April 2012

Saisonauftakt: Rhabarber-Rosmarin-Visitandines


Heute gibt es mal wieder ohne viele einleitende Worte - die muss ich an anderer Stelle verlieren - einen kleinen feinen Sonntagsgruß aus einer Charlottenburger Küche: Rhabarber-Rosmarin-Visitandines.

Diese Kombination ist mir im vergangenen Jahr sehr ans Herz gewachsen, als ich Rhabarber und Rosmarin gemeinsam in Gläser hüllte. Diese Marmelade hat mich durch den Winter begleitet, und jetzt, wo er endlich vorüber zu sein scheint, habe ich die letzte angebrochen. Perfekt eingeteilt. Denn die Rhabarbersaison hat begonnen und viele Gläser, Tartes und Desserts wollen Rhabarber sehen. Kommt!

Da ich gerade einige Eiweiße übrig habe, kam ich endlich endlich dazu, Visitandines auszuprobieren. Zwar besitze ich nicht die originale Backform, denn die Köstlichkeiten möchten gern in Form kleiner Bötchen auf dem Kuchenteller landen. Aber ein Muffinblech tut es genauso. Und weil ich es schon lange unbeachtet gelassen hatte, kam heute das schöne Buch "Petit Larousse Pâtissier" wieder zum Einsatz mit seinem Grundrezept für Visitandines. Natürlich leicht abgewandelt.


Die Zutaten für 12 Visitandines:
3 + 1 Eiweiße
40 g Mehl (Type 405)
125 g Mandeln, gerieben
90 g feiner Zucker (oder Puderzucker; im Original 125 g Puderzucker)
175 g Butter (im Original: 185 g)
Prise Salz
4 Zweige frischer Rosmarin
4 lange dünne Stangen Rhabarber

Das eine Eiweiß sehr steif schlagen und in den Kühlschrank stellen. Auch die anderen 3 Eiweiße bis zur Verarbeitung im Kühlschrank lassen.

Rhabarber waschen, entfädeln und schälen, danach in 2 cm lange Stücke schneiden. Rosmarinnadeln von den Stielen zupfen und sehr fein hacken. Mit der Butter in einen Topf geben. Bei niedriger Hitze schmelzen und zur Seite stellen.

Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Mehl sieben, mit den geriebenen Mandeln, Zucker und Salz mischen. Zum Handmixer greifen und die 3 Eiweiße gut unterrühren. Dann die Rosmarin-Butter zugießen, alles zu einer cremigen Masse mischen und die Rhabarberstücke zugeben. Das steif geschlagene Eiweiß mit dem Teigspatel unterheben. Papierförmchen in die Mulden des Muffinsblechs stecken und den Teig gleichmäßig verteilen. Etwa 25 Minuten backen. Herausnehmen, abkühlen lassen und zum Cafè au lait genießen. Tee geht natürlich auch. Aber weil es doch endlich wieder ein französisches Délice ist. Hier im Blog.

Sie duften so fein, ich werde doch nicht etwa süchtig? Fragt sich und grüßt

13. April 2012

Grüne Frische: Minz-Kräuter-Tarte mit Erbsen


Vor einigen Wochen fuhr mich in einer schönen Nacht ein Taxifahrer nach Hause. Mit mir an Bord: ein dicker Strauß frischer grüner Minze. Auf den Weg gegeben vom Geburtstagskind, dessen Ehrentag wir gerade in ausgelassener Runde gefeiert hatten. Essen stand hoch im Kurs, die Tische bogen sich unter der Last der Köstlichkeiten. Und immer mehr wurde aufgefahren, dass wir uns wunderten, wer dies alles wohl sollte aufessen können. (Ich darf verraten, die Gastgeber und icke, was kann es Schöneres geben als ein ausgedehntes Resteessen?!)

Die kulinarische Sause ging allerdings auf Kosten der angekündigten Cocktails. Einen mochte sich jeder Gratulant sehr wohl genehmigen, mehr nicht. Der Apéritif war zu spritzig, der Wein zu süffig. Da saßen also die letzten Gäste beisammen, hielten sich an ihrem Cosmopolitan fest und schoben sich in die wohlig warmen, wohlig gefüllten Bäuche noch ein paar Kuchenhappen. Oh je, wohin mit all' der Minze, die für die nicht gemixten Mojitos gekauft worden war? Es gab nur einen Weg: in meine Tasche. So stand ich nun am Tag danach in meiner Küche, ließ inniglich lächelnd den tollen Abend nachschwingen und dachte nach. Die Nase im Minz-Strauß vergraben, auf dass mir das frische Aroma Geistesblitze einbringen mochte. Ein Minz-Schoko-Kuchen kam heraus. Ich versuchte mich zudem an Minzgelée, das potzblitz gründlich misslang. Und am Ende der Ideen war noch immer Minze übrig geblieben.

Mir wollte nicht viel einfallen, also nahm ich den nach Tagen noch vorhandenen feierlichen Schwung und begab mich auf die Recherche. Die Minze hatte mich inzwischen mit Tee versorgt, dennoch konnte ich nicht loslassen. Ich stieß auf ein Rezept für eine Tarte à la menthe fraîche. Quelle inspiration! Sie war aber nur der Anstoß. Herausgekommen ist schließlich eine Minz-Kräuter-Tarte mit Erbsen. Sehr frühlingshaft frisch im Geschmack, und das Besondere ist der Tarteboden aus Erbsen. Ja, richtig gelesen.


Die Zutaten für eine Springform mit 20 cm Durchmesser:
Für den Boden:
150 g Erbsen, tiefgekühlt
200 g Mehl (Type 550), ggf. noch ein, zwei EL mehr
1 Ei (Größe M)
1/2 TL Salz

Für die Füllung:
10 Stängel Minze (wer es minziger mag, nimmt mehr)
1/2 Bund Petersilie, glatt
1/2 Bund Schnittlauch
100 ml Schlagsahne
100 g Ziegenfrischkäse
100 ml Vollmilch
1 Ei (Größe L; wer nur Größe M vorrätig hat, sollte 2 Eier nehmen)
3 EL Erbsen, tiefgekühlt
1/4 TL Salz
Pfeffer

Die Erbsen in Salzwasser kurz kochen und danach etwa 10 Minuten ziehen lassen. Abtropfen und abkühlen lassen. Dann in eine Schüssel schütten, Mehl, Salz und Ei zufügen und mit den Händen zu einem homogenen Teig verkneten. Falls dieser noch zu klebrig ist, etwas mehr Mehl zufügen. Springform auskleiden, dabei einen etwa 4 cm hohen Rand bilden. Im Kühlschrank mindestens 1 Stunde ruhen lassen. Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Boden mit Backpapier auskleiden und mit Hülsenfrüchten füllen und etwa 15 Minuten blindbacken, bis er von allein in der Form steht. Er darf noch weich sein, soll aber nicht kleben.

Für die Füllung die Kräuter waschen und hacken. In eine Schüssel geben und gut mit Schlagsahne, Ziegenfrischkäse, Vollmilch, Ei und Erbsen verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. In die von Backpapier und Hülsenfrüchten befreite Form bis knapp unter den Rand gießen. Etwa 45 Minuten bei 180 Grad Ober-/Unterhitze auf mittlerer Schiene backen, bis die Füllung nicht mehr flüssig ist und oben nur leicht Farbe angenommen hat. Herausnehmen und etwa 10 Minuten ruhen lassen. Anschneiden und genießen.

Der Teig wird recht fest, vielleicht probiere ich ihn mal ohne Ei und dafür mit Butter aus. Ansonsten fand ich die grüne Frische wundervoll! Minze und Erbsen sind eben eine ganz schmackhafte Kombination, spricht aus dem Brustton der Überzeugung

9. April 2012

Ostersonntagskaffeetrinken: Weiße-Schokolade-Matcha-Torte mit Himbeeren


"Du hast doch so 'nen Blog, mit lauter süßen Sachen." Beim Anblick des kulinarischen Mitbringsels zum ostersonntäglichen Kaffeetrinken. Oh, ein Ruf eilt mir voraus? "Ja, uns wurde schon der Mund wässrig gemacht."

Dabei hatte ich Tage zuvor noch gegrübelt, was es denn überhaupt werden solle. Gern hatte ich mich dazu "verpflichten" lassen, einen Kuchen mitzubringen. Alle schauten so erwartungsfroh und neugierig. Um nicht zu sagen: kuchenlüstern. Da könnte ich doch wieder etwas ausprobieren. Lange überlegte ich, Tarte oder nicht Tarte. Mir wollte nichts wirklich Zündendes einfallen. Irgendwann gab ich es auf. Worüber hatten wir denn bei dem Abendessen noch mal geredet? Matcha. Im Kuchen kannten das nur meine Testesser. Gebongt. Überraschend schnell war plötzlich die Idee geboren und fand sich nun auf einer Friedrichshainer Kaffeetafel wieder.

Schön sah sie aus, unter den strahlend rot-orangenen Tulpen. Umzingelt von normannischem Apfelcrumble, Kirschschokokuchen und Zimtschnecken. Alles sah verführerisch aus, wie sollte man es nur anstellen, von wirklich allem zu probieren? Erdbeer-Ananas-Bowle - frisch, fruchtig, farbig - holte den Frühling herein, der dieser Tage allenfalls mit ein paar Sonnenstrahlen zu glänzen vermochte. Eigentlich wollten wir draußen tafeln. So kam also der Frühling auf den Tisch, zu uns herein und aus uns heraus. Ein kleiner goldlockiger Wirbelwind juchzte vor Vergnügen, als er selbst gewirbelt wurde. Und brachte uns zum Juchzen, als er nach dem Wirbeln kurz dem Schwindel trotzen musste, bevor er erneut Anlauf nehmen konnte. Eine fröhliche Runde, Beisammensein in seiner schönsten Form.

Die Weiße-Schokolade-Matcha-Torte mit Himbeeren verführte. Auch zu Gedankenspielen. In welchen Flaggen kommt diese Farbfolge vor? In welchen Flaggen diese Farben überhaupt? Wir saßen bis in den Abend hinein. Wir aßen. Wir schlürften Bowle. Wir fischten die Obststücken heraus. Wir fanden, trotz angekündigten Aufbruchs, immer wieder Neues, lachten, bissen uns fest, erzählten. Als ob sich die Runde nicht wirklich zerstreuen mochte. Was war das wundervoll!


Die Zutaten für eine Springform von 28 cm Durchmesser:
Für den Biskuit-Boden:
30 g Butter
4 Eier (Größe M)
50 g Zucker
1 Prise Salz
80 g Mehl (Type 405)
2 TL Matchapulver

Für die Himbeer-Schicht:
300 g Himbeeren, tiefgekühlt oder frisch
3 bis 4 EL Zucker
1 EL Kirschwasser
2 TL gemahlene Gelatine

Für die Weiße-Schokolade-Schicht:
200 g weiße Schokolade
50 ml Vollmilch
1 EL Vanilleessenz (alternativ: halbe Vanilleschote)
6 Blatt Gelatine
300 g Schlagsahne

Zunächst den Boden zubereiten. Butter schmelzen und etwas abkühlen lassen. Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. In einer Schüssel Eier mit Zucker und Salz 5 bis 7 Minuten schlagen, bis die Masse weiß, zuckrig und fluffig ist. Weiterschlagen und nach und nach das Matchapulver zugeben. Kosten, ob das richtige Aroma erreicht ist und schlagen, bis keine grünen Klümpchen mehr erkennbar sind. Mehl hineinsieben und mit dem Schneebesen einarbeiten. Zum Schluss die geschmolzene Butter unterheben. Teigmasse in die gebutterte und gemehlte Backform gießen, glatt streichen. Etwa 10 bis 12 Minuten auf mittlerer Schiene backen und noch bevor er bräunt, aus dem Ofen ziehen. Vollständig auskühlen lassen, auf den Tortenteller umbetten und mit einem Torten- oder Pâtisseriering umschließen.

Himbeeren mit Zucker in einem Topf erhitzen, aber nicht kochen, und zwar bis die Himbeeren zerfallen sind und der Zucker aufgelöst ist. Ggf. passieren, wenn man die Kerne nicht mag. Kirschwasser und Gelatine in die warme Masse geben und gut umrühren, bis sich die Gelatine aufgelöst hat. Abkühlen lassen, bis die Masse nicht mehr dampft und auf dem grünen Biskuit verteilen. Glatt streichen und im Kühlschrank fest werden lassen.

Für die Schokoladen-Schicht die weiße Schokolade grob hacken und über heißem Wasserbad schmelzen. Gelatine in kaltem Wasser etwa 10 Minuten einweichen. Währenddessen Milch mit Vanilleessenz (oder dem Mark und der halben Vanilleschote) erhitzen, aber nicht zum Kochen bringen. (Schote herausnehmen.) Gelatineblätter nach und nach mit dem Schneebesen rührend auflösen. Schlagsahne sehr steif schlagen. Schokolade mit der Vanillemilch unter eifrigem Rühren mit dem Schneebesen zu einer cremigen Masse vermengen. Geschlagene Sahne unterheben. Ja, die Schokolade klumpt, aber das macht gar nichts. Ist die gesamte Schlagesahne untergehoben, zum Handmixer greifen und auf hoher Stufe gut aufschlagen. Auf die festgewordene Himbeer-Schicht geben, glatt streichen und 3 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen. Ich hatte die Torte schon am Vortag zubereitet und über Nacht ruhen lassen.

Kürzlich stolperte ich in einem Laden über diese kitschigen Tortenuntersetzer. Wie gemacht für diesen Anlass! Zwinkert und grüßt

7. April 2012

Nicht gesucht, doch gefunden: toskanisches Osterbrot


Wer sucht, der findet. Heißt es. Ich bin mir da nicht wirklich sicher. Schon gar nicht an Ostern. Die Suche nach den Eiern, Schokoladenhasen und Körbchen fand bei uns früher oft in den heimischen Wänden statt. Zu schlecht meistens das Wetter. Dennoch ging es zunächst hinaus. Kälte, Feuchte, Schnee durften uns nicht abschrecken, um gemeinsam mit anderen Kindern durch den nahegelegenen Wald zu streifen. Auf der Suche nach bunten Plastikeiern. Ein kleiner Osterwettkampf. Wer die meisten gesammelt hatte, bekam das beeindruckendste Geschenk. Ich kann mich nicht erinnern, was das gewesen ist, meinem Ehrgeiz zum Trotz waren andere seltsamerweise immer besser. Würde mich nicht wundern, wenn da die erwachsenen Osterhasen ein bisschen nachgeholfen hätten.

Ein wenig wurde getröstet, mit dem Fuß aufstampfend die väterliche Hilfe eingefordert und die mütterliche Aufmunterung akzeptiert, dass der Osterhase bestimmt schon zu Hause vorbeigekommen ist. Komisch, woher die Erwachsenen das nur immer wussten. Dabei wollte ich doch endlich selbst einmal dem Gabenüberbringer wahlweise das Pfötchen schütteln oder die Löffel lang ziehen. Naja, vielleicht hatte meine Mutter ja doch unrecht und wir laufen ihm über den Weg.

Daheim angekommen, konnte ich gar nicht schnell genug dem hinderlichen Winteranzug entkommen und stürzte ins Wohnzimmer. Alles ruhig. Offensichtlich keiner da. Unter dem Teppich lugte meine Lieblingsschokolade hervor. Mist, wieder nicht schnell genug gewesen. Mensch Papa, hättest Du nicht stärker auf's Gas drücken können?! Aber eigentlich war ich schon auf dem Wege der Versöhnung. Schnell ein Stück von der Schokolade abgebrochen, ha, was sehe ich da hinter dem Sofakissen? Ein Körbchen mit Küken und ... so ging es in einer Tour weiter. Meistens fand ich alles auf Anhieb, man kennt ja irgendwann die Verstecke der Großen. Einmal jedoch hatten sie es zu gut gemeint. Sie schauten sich fragend an, meine Mutter flüsterte meinem Vater etwas ins Ohr. Was, verstand ich nicht. Oder besser gesagt, erst einige Wochen später. Als ein gefülltes Pappei durchaus ansehnlichen Umfangs hinter dem Vorhang zwischen Sofa und Wand zum Vorschein kam. Ob der Osterhasi doch ein weiteres Mal vorbeigekommen war? Ich habe ja eher meinen Vater, den Schelm, in Verdacht.

Gestern suchte ich nichts außer Zeit, mein Osterbrot oder eine Brioche zu backen. Ich surfte ein wenig herum, klickte hier und da. Da stach mir das Rezept von Emiko Davies für eine Schiacciata di Pasqua ins Auge. Genau das, was ich nicht suchte, aber machen wollte. Bis auf die speziellen Alkoholika hatte ich alles da, und für den Likör würde ich schon eine Alternative finden. Ein toskanisches Osterbrot bereichert heuer unser Osterfrühstück. Für die Zubereitung solltet ihr jedoch etwas Zeit mitbringen.


Die Zutaten (das Brot wurde in einer Springform von 28 cm Durchmesser gebacken):
550 g Weizenmehl (Type 550)
1 Beutel Trockenhefe
15 g Anissamen, ganz (ich hatte nicht mehr genügend vorrätig, deshalb 10 g ganzer Anissamen und 5 g gemahlener Anis)
abgeriebene Schale einer unbehandelten Orange
Saft einer halben Orange
4 EL Salbeilikör (aus eigener Produktion; mangels Sambuca, Strega, Pastis oder artverwandten Likören)
1 TL Honig
140 g Zucker
1 Prise Salz
85 g Butter
20 ml Olivenöl
2 Eier + 2 Eigelb (Größe M, ein übrig bleibendes Eiweiß wird für das Bestreichen des Brotes vor dem Backen verbraucht)

Zuerst aus 60 ml lauwarmem Wasser, 50 g Mehl und der Hefe einen Vorteig herstellen. Gut vermengen und 20 bis 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. Das Volumen sollte sich verdoppeln, die Masse kleine Blasen werfen.

Inzwischen Anis, Orangenschale, Orangensaft, Likör und Honig mischen und alles ziehen lassen.

Nach der Ruhezeit des Vorteiges werden 250 g Mehl, 70 g Zucker, 43 g Butter, die Hälfte der Anismischung, 10 ml Olivenöl, 1 Ei und 1 Eigelb zugegeben. Alles gut mit den Händen verkneten, bis ein weicher Teig entsteht. Abgedeckt an einem warmen Ort etwa anderthalb Stunden gehen lassen. Die Teigmenge sollte sich verdoppeln.

Anschließend die restlichen Zutaten zufügen, alles wieder gut verkneten und den Teig jetzt in die Mitte der Springform oder einer anderen ausreichend großen Backform setzen. Mit einem Tuch abdecken und an einem warmen Ort mindestens 3 Stunden (über Nacht ist am besten, so lange mochte ich mich jedoch nicht gedulden) gehen lassen. Den Backofen auf 160 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Oberfläche des Teiges mit dem Eiweiß bestreichen und das Brot etwa 50 Minuten backen. Vor dem Herausnehmen aus der Form etwas abkühlen lassen.

Für mich könnte die Konsistenz etwas weicher sein. Aber es schmeckt sehr aromatisch nach Anis und Orange, das erinnert mich sehr an die Düfte und Genüsse der Toskana. In einen Vinsanto habe ich es noch nicht getunkt, dafür mit gesalzener Butter bestrichen. Schräg, nicht? Leichten Honig darauf und ab in meinen Mund. Mmh! Nussiger Schokoladenauftrich soll sich auch perfekt auf dem Brot machen, das könnte euch allenfalls nyhet bestätigen. Ich kann nur Marmelade anbieten.

Mit sonnigen Grüßen und den besten Wünschen für strahlend schöne Ostertage,

5. April 2012

Snackige Happen: indische Spinat-Kartoffel-Küchlein


Auch wer liebend gern süß is(s)t, braucht herzhafte Abwechslung. Das nicht nur ab und an, sondern immer. Damit der süße Appetit erhalten bleibt. Momentan habe ich eine echte Grün-Phase. Nichts kann mich stoppen, wenn ich vor den grünen Bergen stehe. Frische Salate, frische Kräuter, frisches Gemüse. Mein Herz geht auf und ich möchte liebend gern sofort an einem grünen Blatt knuspern.

Das muss am Frühling liegen. Zwar zeigt er sich derzeit von der Seite, die er getrost von mir abwenden kann. Aber dennoch ist er da, notfalls vergewissere ich mich durch einen Blick in den Kalender. Was haben wir gerade für eine Jahreszeit? Ach ja, Frühling. Hm, kaum zu glauben. Wenn der Blick nach draußen nichts wirklich Überzeugendes zu Tage fördert, dann immerhin der auf die Marktstände. Also ran an das Grünzeugs.

Bei den Kräutern schlug ich zu und war doch wieder überzeugt: Ich habe Nachholbedarf. Ein Bündel, lange spitz zulaufende Blätter. Es roch gut. Aber was sollte das sein? Keiner da zum Fragen, und zum Testkochen mangelt es mir gerade an der nötigen Zeit und Muße. Dann nehme ich doch besser mit, was ich kenne. Was der Bauer nicht kennt ... ihr kennt den Spruch sicherlich.

Es wanderte dann ein größes Bündel Spinat in meine Küche. Denn in der letzten Schrot&Korn war der ja das titelgebende Gemüse. Die indischen Spinat-Kartoffel-Küchlein hatten mir so hartnäckig zugezwinkert, dass ich sie nicht vergessen konnte. Das haben sie gewusst, dass ich so leicht manipulierbar bin. Ach ja, das Kraut, das ich nicht zuordnen konnte, war Bärlauch. Derzeit all überall zu lesen und demzufolge in aller Munde und Bäuche. Ich fürchte, ich verpasse da gerade etwas und sollte über die Investition in einen Personal Cook in stressigen Zeiten nachdenken.


Die Zutaten für 4 Personen:
600 g Kartoffeln (vorw. festkochend), Salz
400 g frischen Spinat
2 Knoblauchzehen
neutrales Öl
1 bis 2 TL Kurkuma, gemahlen (ich fand die Originaldosierung etwas niedrig und habe sie deshalb erhöht)
1 bis 2 TL Kreuzkümmel (Cumin), gemahlen (s.o.)
etwa 50 g Kichererbsenmehl (das habe ich freihändig mit dem Esslöffel dosiert) + etwas zum Wälzen
Salz
Schafjoghurt

Kartoffeln gründlich waschen und abbürsten, dann in Salzwasser kochen. Während sie kochen, den Spinat putzen. Den Knoblauch hacken und in etwas Öl anbraten. Spinat zugeben und wenden, bis er zusammengefallen ist. Abkühlen lassen, ausdrücken und hacken (nicht zu grob, aber auch nicht zu fein). Kartoffeln herausnehmen und sofort die Schale abziehen. Ebenfalls auskühlen lassen.

Ein Drittel der Kartoffeln in kleine Würfel schneiden. Die übrigen Kartoffeln mit der Gabel zerquetschen und mit Kurkuma sowie Kreuzkümmel mischen. Kartoffelwürfel mit Spinat mischen und abschmecken. Dann ungefähr der Hälfte des Kichererbsenmehls zugeben, am besten löffelweise, denn die Masse nicht zu trocken sein. Lieber etwas zu wenig. Dann alles mit dem Kartoffelbrei vermengen. Falls die Mischung zu klebrig ist, noch etwas Kichererbsenmehl zufügen. Zu kleinen "Buletten" formen und in Kichererbsenmehl wälzen.

Etwas Öl in der Pfanne erhitzen und auf mittlerer Stufe die Küchlein von jeder Seite anbraten, bis sie ein wenig Farbe bekommen und etwas knusprig werden. Nur schwarz werden, das sollten sie nicht. Abtupfen und sofort aufessen, dabei in den Schafjoghurt tunken.

Hach, das ist auch Soulfood! Nicht nur Süßes, muss ich zugeben. Und wenn dann noch Urlaubserinnerungen aufsteigen, dann ist das eine gute Auszeit, freut sich

1. April 2012

Orientalische Fortsetzung: Pistazien-Mandel-Tartelettes


Vor ein paar Wochen hatte ich mich zum ersten Mal getraut. Nein, nicht mit Ring, Reis, blauem Strumpfband und so. Baklawa, die kleine süße Verführung aus dem Orient. Ich dachte immer, das ist so schwer selbst zu machen, dass ich es mir lieber bei den fachkundigen Süßschnäbeln kaufe. Aber irgendwann siegt bei mir die Neugier oder das Verlangen oder der Übermut, und ich schreite zur Tat.

Das Ergebnis war berückend! Einfach in der Herstellung, bezaubernd im Genuss. Seitdem lagern in meinem Tiefkühlschrank zwei Packungen Filoteig, man weiß ja nie, wann einen das Fieber packt. Ich fühlte mich herausgefordert: da geht noch mehr. Schließlich konnte Baklawa nicht die einzige orientalische Köstlichkeit sein, die meinen Gaumen, mein süßes Herz würde erobern können. Ich begab mich auf die Suche nach Anregungen und wurde wie so oft, fast möchte ich sagen, wie immer, auf dem französischen Büchermarkt fündig.

Zwei kleine Büchlein reihen sich nun in die stattliche Schar meiner Regalbewohner ein. Es scheint, als würden sie sich - ihrer kleinen Körpergröße zum Trotz - besonders ans Licht drängen. Der berüchtigte Napoleon-Effekt? Nun, als kleines Buch hat man es schon schwer, das kann ich gut verstehen. Da geht es den Büchern wie den Menschen. Also hatte ich schnell ein "Einsehen" (in Wahrheit war es wohl eher meine kulinarische Neugier, aber psst!) und ließ mich inspirieren. Natürlich fand ich jede Menge Nachbackenswertes, so dass ich mich kaum entscheiden konnte. Deshalb am besten immer schön der Reihe nach, los geht es heute mit feinen Pistazien-Mandel-Tartelettes. Gefunden in "Pâtisseries orientales" von Larousse, einem wahren Traum von Buch, und etwas an meine Zunge angepasst.


Die Zutaten für 4 Tartelette-Formen:
Für den Boden (pâte brisée; im Buch wird von einem vorgefertigten Teig gesprochen, deshalb hier mein Rezept):
100 g Butter, zimmerwarm
150 g Mehl (Type 405)
1 Prise Salz
2 TL Puderzucker
etwas frisches kaltes Wasser

Für die Füllung:
60 g Butter, sehr weich
1 Ei (Größe M)
30 g Puderzucker
20 g Zucker
1 bis 2 EL Orangenblütenwasser (Eau de fleur d'oranger)
100 g Mandeln, gemahlen (für eine helle Füllung zuerst den Mandeln die Haut abziehen und dann mahlen)
75 bis 100 g Pistazien, geschält und ungesalzen

Für die Fertigstellung (kann man auch entbehren, wem es ohnehin schon orientalisch genug ist):
20 g Butter
2 bis 3 EL flüssigen Honig (ich habe Sommerblütenhonig genommen)
1 bis 2 EL Cointreau (alternativ Orangenblütenwasser)

Zuerst wird der Tarteboden vorbereitet. Dazu die Butter in kleine Stücke schneiden. In einer Schüssel Mehl, Salz und Puderzucker mischen. Butterwürfel zufügen und mit den Fingerspitzen zu einer sandigen Masse bröseln, bis keine Stückchen mehr sichtbar sind. Nun flott zu einem Teig verkneten, etwas Wasser zugeben, am besten Löffel für Löffel. Wenn der Teig zu flüssig wird, mit etwas Mehl abhelfen. Eifrig kneten. Teig zu einer Kugel formen und in Folie gehüllt mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

In der Ruhezeit die Füllung anrühren. Butter, Ei, Puderzucker, Zucker und Orangenblütenwasser in eine Schüssel geben und mit dem Handmixer zu einer glatten Masse rühren. Dann nach und nach die gemahlenen Mandeln einarbeiten, bis die Masse schön cremig und glatt ist.

Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Teig aus dem Kühlschrank nehmen, kurz kneten. Ausrollen und die Tartelette-Formen auskleiden. Den Rand etwa 3 bis 4 cm hochziehen. Die Mandelcrème auf den Böden verteilen, mit Pistazien bedecken und ab in den Ofen für 30 bis 40 Minuten.

Etwa 10 Minuten vor Ende der Backzeit die "Glasur" kochen. Dazu Butter mit Honig und Cointreau in einem Topf schmelzen, kurz leicht köcheln lassen, umrühren und vom Herd nehmen. Die Tartelettes aus dem Ofen nehmen und noch heiß mit der "Glasur" beträufeln. Abkühlen lassen und dann ...


... an die Gabel, fertig, los! Ein wahr gewordener Traum, versichert euch


PS: Heute ist wieder ein süßer Sonntag. Deshalb findet ihr nicht nur diese Tartelettes, sondern auch andere süße Köstlichkeiten auf der Tafel der Sonntagssüßen.

Diese wird heute in der Form zum letzten Mal zusammengestellt und danach nur noch auf Facebook gesammelt. Sehr überraschend und sehr schade für Nicht-Facebooker wie uns. Wir müssen uns deshalb die Alternative einmal anschauen. Trotz allem vielen Dank an die Drei von der süßen Sonntagstafel! Es war uns ein Vergnügen.

Und hier gibt es auch weiterhin sonntags süße Köstlichkeiten. Jawohl. Bleibt neugierig!