29. März 2012

Pikanter Süßstoff: "Principe Alberto"


Als ich mit meinen Gourmädels, auch GourmetTrio genannt, den gestrigen Abend plante, einigten wir uns schnell auf das Thema: Kanarische Inseln. Eine von uns hatte dort einen sehr entspannten, sehr erholsamen, sehr genussreichen Urlaub verbracht. Das wollten wir in Kleinform eines schönen Frühlingsabends am Berliner Wannsee wiederholen.

Der Auftrag für das Dessert ging wieder an mich, und so begab ich mich auf die Suche. Im Ohr den denkwürdigen Satz der Gastgeberin "Bienmesabe habe ich dort gegessen, Principe Alberto soll auch gut sein - gehaltvoll, schokoladig, habe ich allerdings nicht probiert." Das ist doch eine Ansage! Trotzdem wollte ich ganz wissenschaftlich die kanarische Dessertlandschaft abstecken. Allein, viel zu holen war da leider nicht. Bienmesabe - ein Dessert, dem beim Apfel-Crumble verwendeten Likör in Geschmack und Süßgehalt wohl sehr ähnlich - sollte es dann jedoch nicht werden.

Ich schoss mich ein auf das hochwohlgeborene und noch völlig ungetestete Dessert. Eine einfache Rezeptsuche in einer großen Suchmaschine machte mich noch nicht glücklich, also probierte ich es mit der Bildrecherche. P-r-i-n-c-i-p-e-A-l-b-e-r-t-o eingetippt. Ich wollte doch wissen, wie das Ding aussieht. Abgeschickt. Große Augen - offener Mund - Hustenanfall. In genau dieser Reihenfolge. Was war geschehen?

Die Fotos vom kleinstaatlichen Oberhaupt konnten mich nicht schocken. Ein paar angerichtete Süßspeisen waren verlockend und offenbar das Gesuchte, nur nicht so atemberaubend, dass ich rot werden müsste. Aber dann ... Ich weiß jetzt, dass das kanarische Dessert "Principe Alberto" gleichnamig ist mit einer bestimmten Art und Weise, wie manch ein Herr seinen Körper verziert. Das war mir doch bisher völlig im Verborgenen geblieben! Immerhin hatte ich nun ein Abbild auch von meinem Dessert zur Hand, den Küchengöttern sei Dank, und konnte unschuldig loslegen.


Die Zutaten für 3 Portionen:
25 g Mandeln
25 g Haselnüsse
50 g Nuss-Nougat
25 g Zartbitterschokolade
75 g weiche Butter
2 sehr frische Eigelbe (Größe M)
ggf. Zucker
1 Tasse sehr starker kalter Kaffee
1 bis 2 EL brauner Rum
6 Löffelbiskuits
Mandelblättchen

Mandeln und Haselnüsse rösten und abkühlen lassen. Einen Teil fein, den anderen grob hacken. Nuss-Nougat und Zartbitterschokolade über einem heißen Wasserbad schmelzen und gut verrühren. Herausnehmen und auf Handtemperatur abkühlen lassen.

In einer Schüssel die weiche Butter und Eigelbe mit dem Handmixer zu einer homogenen Crème verquirlen. Wer es süß mag, fügt noch etwas Zucker zu (den werde ich beim nächsten Mal weglassen). Schokolade gut unterrühren, bis sich alles gut vermengt hat und ein sehr cremige, sehr schokoladige Masse entstanden ist. Einen Teil der gehackten Nüsse unterheben.

Einen Klecks Schokoladencrème in jedes Glas geben. Kaffee und Rum in einer Schüssel mischen. Löffelbiskuits in der Mitte halbieren und mit der ungezuckerten Seite in die Kaffee-Rum-Mischung tunken und zu zwei Dritteln vollsaugen lassen. Mit der gezuckerten Seite nach unten zwei Löffelbiskuit-Hälften nebeneinander auf die Crème legen. Eine Schicht Crème darüber und noch zwei getunkte Löffelbiskuit-Hälften wie beschrieben darauf legen. Schokocrème als abschließende Schicht auftragen und mit den übrigen gehackten Nüssen und Mandelblättchen dekorieren. Im Kühlschrank über Nacht ruhen lassen.

Eine sehr schokoladige Angelegenheit! Und somit der perfekte Abschluss eines fröhlichen kanarischen Abends. Natürlich haben wir über den Weg zum Dessert ausgiebig gelacht, schmunzelt am Tag danach

26. März 2012

Der perfekte Anlass: spanischer Apfel-Crumble mit Bienmesabe-Crème


Lange schlummerte in meinem Schrank ein Likörchen, das ich vor einigen Jahren aus Gran Canaria mitgebracht hatte. Nyhet hatte ihren schon längst ausgetrunken, verbacken, verbraten, über Eis gegossen, ich hütete meinen Schatz, bis der richtige Zeitpunkt gekommen war. An diesem Wochenende.

Wir hatten damals in Arucas die Destilería Arehucas besucht, eine landesweit und darüber hinaus bekannte Fabrik, in der der Rum produziert wird, der die Urmutter der vielen lateinamerikanischen Rums sein soll. Eine kleine Tour durch die Fabrik - vorbei an Eichenfässern, die nach prominenten Zeitgenossen wie Juan Carlos, Willy Brandt oder Anatoli Karpow benannt sind - verschaffte uns einen Eindruck von der Produktion. Nachdem wir das kleine Museum besucht hatten, endete unsere Führung, wie könnte es auch anders zu erwarten gewesen sein, im Werksverkauf.

Fleißig durften wir nicht nur den Rum verkosten, nein, auch die zahlreichen Liköre wurden uns in kleinen "Fingerhüten" freimütig zum Probieren angeboten. Und wir ließen uns das nicht nehmen. Irgendwann jedoch überwiegte bei uns das laute Kichern. Von fachkundiger Expertise zu den edlen Getränken keine Spur. Da entschied nyhet weise, dass wir jetzt wohl doch besser unsere Mitbringsel kaufen und uns dann der sehr hübschen Stadt mit sehr hübschem botanischem Stadtpark und der Basalt-Kathedrale widmen sollten.

Das haben wir dann auch getan und in unserem Gepäck zwei Flaschen Bienmesabe-Likör nach Hause gebracht. Ein Mandel-Honig-Likör, der genauso wie diese kanarische Nachspeise schmecken soll. Die kenne ich (noch) nicht, und wir haben sie auch nicht am Wochenende bei unserem wundervollen spanischen Abendessen mit Freunden aufgetischt. Als Dessert hatten wir uns ein Rezept von Zorra vorgenommen und es etwas "hispanisiert". Gut, für Mascarpone bzw. Ricotta ist uns das nicht gelungen, aber den Amaretto tauschten wir gegen den guten Bienmesabe-Likör aus. Ich würde sagen: Volltreffer, dieser spanische Apfel-Crumble mit Bienmesabe-Crème. Und da ich ihn nur für die Fotos am Sonntag noch einmal gebacken habe, findet ihr noch ein paar Alternativen im Rezept.


Die Zutaten für 2 Portionen:
Für die Apfelschicht:
2 mittlere Äpfel (am besten säuerliche oder süß-säuerliche, wir haben die Sorte Hasenkopf verwendet)
2 EL Bienmesabe-Likör oder Licor43 (oder Amaretto, dann wird's ein italienischer Crumble)
1 bis 2 EL frischgepressten Zitronensaft
1/2 EL brauner Zucker (wenn die Äpfel eher süßlich sind, kann man den Zucker auch weglassen)

Für die Streusel:
25 g brauner Zucker
35 g Mehl
1 Prise Salz
30 g kalte Butter (auch mit gesalzener Butter schmecken die Streusel, dann die Prise Salz weglassen)
2 EL Mandelblättchen
ggf. Pinienkerne

Für die Crème:
125 g Mascarpone oder 100 g Ricotta bzw. Quark und 25 g Joghurt
1 TL Puderzucker
großer Schluck Bienmesabe-Likör oder Licor43 (oder eben Amaretto)

Die Äpfel waschen, schälen und entkernen, dann in dünne Scheiben schneiden. Mit Likör, Zitronensaft und Zucker mischen und mindestens 30 Minuten ziehen lassen. In einer Auflaufform verteilen und den Saft darübergießen.

Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Zucker, Mehl und Salz mischen, danach die Butter in kleinen Würfeln zugeben und zu einer grob-krümeligen Masse verkneten. Die Mandelblättchen zufügen und kurz einarbeiten. Über den Apfelschnitzen verteilen. Wer mag, streut noch Pinienkerne darüber. Im Ofen ca. 30 bis 40 Minuten backen. Herausnehmen und etwa abkühlen lassen.

Indessen die Crème anrühren, dafür alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit einer Gabel oder einem Schneebesen gut verrühren. Zum Crumble auf den Teller geben.

So ließen wir es uns schmecken, eines schönen Frühlingsabends in Berlin!


PS: Und weil es Sonntag war, geht der süße Nachtisch wieder zur Initiative Sonntagssüß.

22. März 2012

Meinen Geschmack getroffen: Karottenkuchen mit Kokosguss


Mein letzter und eigentlich erster Karottenkuchen-Versuch war für mich ein Flopp, für nyhet hingegen topp. Während ich ihn unaromatisch, viel zu fluffig und zu wenig saftig fand, hat er ihr überaus gemundet, abgesehen von den Kokosraspeln im Guss. Manchmal sind Geschmäcker, die in relativem Gleichklang schwelgen, doch erstaunlich unterschiedlich. Vielleicht unterlag ich einem hormonell bedingten kulinarischen Geschmackstief?

Wie damals, als ich in der Mittagspause eine Portion Lasagne zurückgehen ließ, weil sie total versalzen und ungenießbar war. Verwundert schauten mich die Damen hinter der Theke an. Ich sei die Erste, die reklamierte. Und das zu so später Mittagszeit. Aus einer anderen Auflaufform bekam ich ein neues Stück, spazierte vergnügt an meinen Platz zurück und wollte es mir schmecken lassen. Total versalzen, das durfte doch nicht wahr sein. Also wackelte ich mit dem Teller wieder zur Theke und gab ihn mitsamt Essen zurück. Den Blicken der Empfängerin nach zu urteilen, hielt sie mich wohl für kulinarisch völlig verdorben. Trotz allem bekam ich eine Entschädigung. Keine Lasagne, bewahre!

Ein Stück Kuchen. Die perfekte Wiedergutmachung. Hättet ihr sicher nicht gedacht. Und das süße Gebäck, ein Karottenkuchen, war kein bisschen versalzen. Im Gegenteil. Saftig, knackig, nussig, würzig. Als ob meine Geschmacksnerven genau auf diesen Genuss hingearbeitet hätten. Sabotierend.

Nun, es sei ihnen verziehen. Kürzlich traf ich mich mit einer Freundin im "Schwarzen Café". Einer Institution hier in Charlottenburg. Rund um die Uhr geöffnet, rund um die Uhr Frühstück, rund um die Uhr immer etwas zu beobachten ... normal und besonders zugleich. Ich mag es sehr! Wir warfen einen Blick in die Kuchentheke und erspähten einen Karottenkuchen, den wir einfach bestellen mussten. So verführerisch, wie der ausschaute. Die Antwort der Bedienung: "Mädels, eine geile Wahl!" Und? Er hatte ja sooo recht. Saftig, knackig, aromatisch. Und diese sagenhafte Kokosglasur! Ich wollte den Kuchen unbedingt nachbacken, und wenn es nicht im ersten Anlauf klappt, dann eben im zweiten. Diesmal fand ich das Rezept bei Fool for Food, habe es meinen Vorräten angepasst und noch einen kleinen Apfel zugegeben. Fertig ist er, der Karottenkuchen mit Kokosguss.


Die Zutaten für eine Gugelhupfform:
Für den Teig:
125 g Mehl (Type 405)
1 TL Backpulver (ich nehme immer Weinsteinbackpulver)
1 TL Natron
1/4 TL Salz
1 TL Zimt
1 kleiner Apfel, mit Schale gerieben
180 g Karotten, gerieben
40 g Kokosraspeln
75 g Walnüsse, gehackt
20 g getrocknete Cranberries, gehackt (Alternative: Rosinen)
3 Eier (Größe M, Original: 2 Eier Größe L)
100 g Zucker
110 g Sonnenblumenöl

Für den Guss:
5 EL Frischkäse
50 g schnittfeste Kokoscrème
2 bis 3 EL Puderzucker

Zuerst Mehl, Backpulver, Natron, Salz und Zimt in einer Schüssel mischen. Danach Karotten schälen, den Apfel vierteln, Kerngehäuse entfernen und mit der Schale fein reiben. Karotten zusammen mit den Cranberries im Mixer fein hacken. Apfel reiben. Walnüsse grob hacken. Karotten, Apfel, Walnüsse, Kokosraspel und Cranberries in einer weiteren Schüssel mischen.

Den Backofen auf 170 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

In einer anderen Schüssel Eier, Zucker und Sonnenblumenöl mit dem Handmixer schaumig schlagen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Mehlmischung zugeben und rühren, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Mit dem Teigspatel die Karottenmischung vorsichtig unterheben, bis alles gerade so befeuchtet und vermengt ist. In die Gugelhupfform füllen und 35 bis 40 Minuten backen. Stäbchenprobe machen und herausnehmen. 10 Minuten abkühlen lassen, danach vorsichtig aus der Form nehmen. Ganz auskühlen lassen. (Ich war zu gierig und wollte nicht so lange warten. Zur Strafe für meine Ungeduld blieb der obere Teil des Kuchens in der Form - und musste natürlich sofort aufgegessen werden. Mmh!)

Die Kokoscrème bei niedriger Hitze im Topf schmelzen. Von der Herdplatte nehmen und Frischkäse sowie Puderzucker unterrühren, bis die Masse homogen und schön cremig ist. Auf den Kuchen auftragen und fest werden lassen.

So, und dann anschneiden! Ich mag diesen Kokosguss zum Karottenkuchen sehr. Der Kuchen hier ist nicht zu fluffig und nicht zu süß, dafür saftig durch den Apfel und hat Biss. Das Aroma begeistert mich geradezu. Eigentlich mag ich von diesem Karottenkuchen gar nichts abgeben ... Aber das bringe ich nicht über's Herz und möchte natürlich von nyhet wissen, wie sie ihn findet.

18. März 2012

Eine Frage der Farbfolge: Matcha-Kokos-Törtchen


Heute kommen wir direkt zur Sache, ohne viel Vorgeplänkel und Inspirationsgefasel. Ein Matchadöschen, viele Ideen. So wird das wohl noch eine Weile weitergehen, bis ein leeres Gefäß eine neue Verwendung sucht. Ihr seid vorgewarnt.

Inspiriert wurden wir von diesen Törtchen bei Eatsmarter, deren Crème wir jedoch um einiges abänderten. Heraus kamen Matcha-Kokos-Törtchen oder Kokos-Matcha-Törtchen. Alles nur eine Frage des richtigen Blickwinkels. Oder eben der Farbfolge.

Die Zutaten für 4 Törtchen von etwa 8 bis 10 cm Durchmesser (je nach Servierring):
Für den Biskuitteig:
30 g Butter
4 Eier (Größe M)
50 g Zucker
1 Prise Salz
80 g Mehl (Type 405)
1/2 bis 1 TL Matchapulver
2 EL Kokosflocken

Für die Käsefüllung:
50 ml Milch
2 leicht gehäufte EL Zucker
4 Blätter Gelatine
250 g Quark
30 bis 40 g Kokoscrème (die zum Abschneiden)
1/2 bis 1 TL Matchapulver
1 EL Kokosflocken
150 ml Sahne

Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Zuerst den grünen Biskuitboden mit Matcha backen. Die Butter schmelzen und etwas abkühlen lassen. In einer Schüssel 2 Eier mit 25 g Zucker und etwas Salz 5 bis 7 Minuten schlagen, bis die Masse weiß, zuckrig und fluffig ist. Weiterschlagen und nach und nach das Matchapulver zugeben. Kosten, ob das richtige Aroma erreicht ist und schlagen, bis keine grünen Klümpchen mehr erkennbar sind. 40 g Mehl hineinsieben und mit dem Teigspatel unterheben. Zum Schluss die Hälfte der geschmolzenen Butter unterheben. Teigmasse auf ein mit Backpapier belegtes Backblech gießen und vorsichtig glatt streichen. Etwa 10 bis 12 Minuten auf mittlerer Schiene backen, das Biskuit sollte möglichst keine Farbe (außer Grün) annehmen. Herausnehmen, auf ein Kuchengitter kippen. Etwas abkühlen lassen und dann das Backpapier vorsichtig abziehen. Der Teig kühlt schnell ab, solange er noch lauwarm ist, die benötigte Anzahl von Kreisen ausstechen, in unserem Fall waren es sechs.

Der weiße Biskuitboden wird fast genauso gebacken, allerdings kommt kein Matchapulver hinein, sondern Kokos. Die Flocken werden jedoch mit dem Mehl gemischt und dann untergehoben. Rest siehe oben.

Die Zubereitung der Käsemasse geht recht flott. Gelatine in kaltem Wasser 10 Minuten einweichen. Die Milch mit dem Zucker in einem Topf erwärmen, aber nicht zum Kochen bringen! Gelatine gut ausdrücken und Blatt für Blatt in der warmen Milch auflösen. Einen Esslöffel Quark hineingeben und eifrig mit dem Schneebesen unterrühren, danach den Rest des Quarks zugeben und zu einer cremigen Masse rühren. Zum Schluss wird die Kokoscrème untergemengt, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Jetzt die Masse teilen und in die eine Hälfte das Matchapulver einarbeiten, in die andere die Kokosflocken. Leicht abkühlen lassen. Sahne steif schlagen und je eine Hälfte unter die grüne, eine unter die weiße Käsecrème vorsichtig heben.

Nun geht es an das Zusammenbauen. In zwei Servierringe einen hellen Biskuitbogen legen, je 2 bis 3 EL grüne Käsecrème darauf glatt streichen, den nächsten hellen Boden auflegen und leicht andrücken, den grünen Crème-Rest gleichmäßig verteilen, glatt streichen und mit jeweils einem hellen Boden bedecken. Leicht andrücken und ab in den Kühlschrank für 2 bis 3 Stunden zum Kühlen.

Genauso wird mit dem grünen Biskuitboden und der hellen Crème verfahren. So sieht dann das Matchacrème-Kokos-Törtchen aus:


... und so das Kokoscrème-Matcha-Törtchen:


Fein. Hach, was geht es uns heute gut! Schwärmen

und
PS: Wer seinen süßen Gelüsten jetzt so richtig freien Lauf lassen möchte, der lasse sich beim Sonntagssüß inspirieren.

14. März 2012

Da bin ich baff: Minz-Schoko-Käsekuchen


Was macht man bloß aus einem großen Beutel voller frischer Minze?! Dies hatte ich mich schon in dem Moment gefragt, als ich diesen "Rest" einer Geburtstagsparty mit nach Hause nahm. Ach, dir fällt schon etwas ein, ermunterten mich die edlen Spender, klopften mir aufmunternd auf die Schulter und verabschiedeten mich in den sehr frühen Sonntagmorgen. Im Taxi wollte mir nur eines einfallen.

Mojito, klar. Den hatten wir eigentlich zur Feier der Jubilarin trinken wollen. Im Anschluss an Cesar Salad, Pasta, einen herrlichen Cheesecake, einen nicht minder köstlichen Schokoladen-Geburtstagskuchen und die vielen Cosmopolitans, die die Gastgeberin freudig angekündigt hatte. Alles eben ganz passend zum Motto, das da lautete "Sex and the City". In der Übersetzung Frau-Mann auch: "New York".

Aber dann erwies sich die illustre Gästeschar doch glatt als viel interessanter als die Hausbar! Überall fröhliches Gemurmel, Lachen, Staunen, Gucken und Stühlerücken. Und auch ein spätes Neusortieren und Zusammenrücken änderte nichts an der Tatsache: Zum Mojito kamen wir nicht mehr. Zwar schade, doch so könnte ich mich an meiner Beute eigentlich erfreuen.

Nur, wer macht sich schon selbst abends auf dem Sofa einen Cocktail? Ich nicht. Das Naheliegendste war für mich, die Minze zu verbacken oder in einem Dessert unterzubringen, als mir diese unsägliche minzig-weiße Füllung dieser unsäglichen Schokoladentafeln in den Sinn kam. Der Gedanke vermieste mir fast die Lust. Also bloß nicht daran denken. Zunächst kam mir die Idee für ein Minzpesto, nur wofür sollte ich das verwenden? Die nächste Idee war genau das, was ich ausprobierte. Unwillkürlich musste ich an Gisas bisher vergebliche Versuche denken, aus Minze etwas Deliziöses zu zaubern, deshalb ist dieser Minz-Schoko-Käsekuchen ihr gewidmet.


Die Zutaten für eine kleine Springform von 20 cm Durchmesser:
Für den Boden:
220 g schokoladige Schokokekse (ich habe eine Packung Chocolate Cookies von Alnatura genommen sowie ein paar Cookies von der Marke mit den vielen Zähnen)
70 g Butter

Für die Schicht:
2 Eier (Größe M oder L)
2 leicht gehäufte EL Zucker
250 g Quark
Blätter von 10 bis 12 Stängeln frischer Minze, fein gehackt
2 bis 3 EL Schokotropfen, zartbitter

Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. In einer Schüssel die Schokokekse fein bis sehr fein bröseln. Butter schmelzen und über die Keksbrösel gießen. Gut vermengen, bis die Masse feucht ist. In die Backform geben und mit der Rückseite eines Esslöffels festdrücken. Etwa 15 Minuten auf mittlerer Schiene backen. Danach herausnehmen. Der Boden fühlt sich weich an, das soll so sein.

Inzwischen die Schicht vorbereiten:
Eier trennen. Eigelbe und Zucker mit dem Handmixer schlagen, bis die Masse fluffig und weiß wird. Danach den Quark zugeben und weiterrühren. Hat sich alles zu einer homogenen Masse vermengt, wird nach und nach die Minze untergerührt. Kosten, damit die Masse nicht zu minzig wird, denn das Aroma verstärkt sich während des Backens. Ist genug Minze drin, werden die Schokotropfen untergerührt. Eiweiße steif schlagen und vorsichtig mit einem Teigspatel unterheben.

Auf den vorgebackenen Boden geben und alles etwa 35 bis 40 Minuten bei 180 Grad Ober-/Unterhitze backen, bis sich der Kuchen oben leicht "vergoldet". Die Ofentür geschlossen halten, sonst plumpst die Quarkschicht zusammen (dafür hat sie nach dem Backen noch Zeit genug).

Abkühlen lassen - nun sinkt die Schicht zusammen - und dann endlich endlich probieren. Mich hat schon der Duft, der sich während des Backens in der Küche ausbreitete, sehr neugierig gemacht. Schokolade mit Minze, wer hätte gedacht, dass ich das mögen könnte?! Und nun kann ich mich kaum zurückhalten, sondern muss mir gleich das nächste Stück einverleiben. Sprach's und genießt,

11. März 2012

Was Sultane zu schätzen wussten: Baklawa


Fährt man in Berlin mit dem Bus offenen Auges durch Schöneberg oder Kreuzberg, Wedding oder Neukölln, dann streift der Blick immer mal wieder kleine Cafés und Bäckereien. Große bunte Werbung an der Fensterfront ruft dir zu:
B-a-k-l-a-w-a.
D-ü-r-ü-m.
B-u-r-m-a.
M-a-a-m-o-u-l.
Und weil auch die Imagination genährt werden will, sind diese Leckereien gut sichtbar für alle Vorbeikommenden und Vorüberfahrenden ausgestellt. Im Café sitzen Weiblein und Männlein, Einheimische und Touristen, ins Gespräch vertieft, lachend, lauschend, lesend, sinnierend. Der starke Kaffee dampft, ab und an wird eines dieser kleinen gold-bunten Teegläser nachgefüllt.

Ihr könnt euch vorstellen, wie ich lechze. Geradezu leide. Ich will auch! Nachdem ich wieder einmal so eine leidenschaf(f)tliche Busfahrt hinter mich gebracht hatte, warf ich zu Hause den Computer an. Mission Baklawa-Rezept. Maamoul hatte ich vor einiger Zeit bereits kredenzt und mit meinen Mädels vom GourmetTrio für ganz ganz köstlich befunden. Ich wollte nun die nächste Stufe der orientalischen Gebäck-Orgie zünden.

Und wie es im Leben so ist: Die wirklich berührenden und bleibenden Dinge, Menschen, Erlebnisse muss man nicht suchen. Sie finden dich! Ein Blick in meine Blog-Liste - und was sehe ich da? Dieses französische Rezept für Baklawa. Der Clou: Birnenlikör.


Die Zutaten für eine ca. 30 x 30 cm große Form:
20 Blätter Filoteig (auch: Yufkateig oder Strudelteig, ich habe ihn in der Lebensmittelabteilung von Karstadt in der Kühltheke neben Blätterteig & Co. gefunden)
100 g Sonnenblumenkerne
100 g Pistazien, ungesalzen (Original: Haselnüsse)
100 g Kürbiskerne
100 g Sesam (Original: Walnüsse)
100 g brauner Zucker
100 g Sesampaste (auch: Tahina; Original: Mandelpüree)
4 bis 8 TL Birnenlikör (er kann durch Orangen- oder Rosenblütenwasser ersetzt werden, gibt den Baklawas jedoch eine ganz besondere Note)
150 ml neutrales Speiseöl oder Butter (ich habe Sonnenblumenöl verwendet; beim nächsten Mal probiere ich Ghee)
100 bis 150 g flüssiger Honig (Original: 200 ml Agavendicksaft)

Jeweils separat Sonnenblumenkerne, Pistazien und Kürbiskerne fein hacken, aber nicht mahlen. In eigene Schüsseln geben, ebenso den Sesam. In jede der vier Schüsseln 25 g braunen Zucker und 25 g Sesampaste sowie 1 bis 2 TL Birnenlikör geben und gut vermengen.

Ich habe einen Backrahmen verwendet, es geht aber auch ohne. In jedem Fall sollte ein Backblech mit Backpapier ausgekleidet werden. Der Backrahmen, so er denn Einsatz findet, wird an die Größe der Filoteig-Blätter angepasst. Das erste Blatt auf dem Backblech (ggf. im Metallrahmen) platzieren und mit einem Pinsel komplett mit Öl bestreichen, danach das zweite Blatt auflegen. Mit Öl bestreichen. Auf diese Weise 9 bis 10 Blätter übereinander stapeln und jedes Mal gut einpinseln.

Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Nun die erste Nussschicht - bei mir waren es die Sonnenblumenkerne - verteilen. Die Masse ergibt keine geschlossene Fläche, was jedoch überhaupt kein Drama ist. Mit einem Blatt Filoteig bedecken, vorsichtig mit den Handflächen andrücken und mit Öl bestreichen. Meine nächste Schicht waren die Pistazien, dann wieder vorsichtig andrücken, mit dem nächsten Blatt bedecken und gut mit Öl bepinseln. Danach habe ich den Sesam verteilt, wieder mit einem Filoteig-Blatt bedeckt, leicht angedrückt und geölt. Die letzte Schicht bildeten die Kürbiskerne. Anschließend werden die restlichen Blätter aufgelegt, immer gut mit Öl eingestrichen. Am Schluss wieder vorsichtig mit den Handflächen andrücken und die oberste Schicht mit dem übrigen Öl bestreichen.

Vor dem Backen in Rechtecke, Quadrate oder Rhomben schneiden, aber in der Form belassen. Etwa 40 Minuten backen. Währenddessen den Honig in einem Topf mit 100 ml Wasser aufkochen und köcheln lassen, bis er ganz leicht eindickt. Etwas abkühlen lassen. Die fertig gebackenen Baklawas noch heiß großzügig mit dem Honigsud beträufeln. Abkühlen lassen und zu einem starken Kaffee oder Tee genießen.


Früher hatte ich - wie viele andere - etwas Respekt. Zu süß im Geschmack. Zu kompliziert in der Herstellung. Zu verquere Zutaten. Stimmt alles gar nicht! Die Süße kann jeder selbst nach eigenem Gusto steuern, das Backen ist denkbar einfach und erfordert nur ein Minimum an Fingerfertigkeit, die Zutaten sollten in jedem ausreichend großen und normal ausgestatteten Lebensmittelgeschäft erhältlich sein. Wer sich vegan ernährt, sollte den Honig durch ein pflanzliches Süßungsmittel ersetzen. Nur eines lässt sich kaum umgehen: die etwas erhöhte Schlagzahl an Kalorien. Aber hey, wer nicht probiert, der nicht gewinnt!

Zum Nachmachen ermutigt euch


PS: Noch mehr Süßkram findet ihr wie immer hier.

9. März 2012

Nervennahrung in Grün: Matcha-Eierkuchen mit Sesam-Nuss-Kokos-Füllung


Heute musste es mittags sehr schnell gehen, was bietet sich da also an? Richtig, Eierkuchen. Wie die ausdauernden Mitleser unter euch sicher schon festgestellt haben, lieben wir Eierkuchen, Crèpes, Pancakes über alles.

Allerdings war ich auf der Suche nach einem irgendwie anderen Rezept, das vor allem Kokosmilch inkorporieren musste. Die hatte ich nämlich gestern bei der Vollendung eines Kuchens angebrochen und nur ein wönziges kleines Schlöckchen davon gebraucht. (Über die Geschmacksqualität des Kuchens bin ich mit mir noch nicht einig.) Also stand ein Becher voller Kokosmilch im Kühlschrank, was tun?

Curry kochen? Dafür habe ich momentan einfach keine Zeit, auch wenn sich mein von Schreibtischarbeit krümmender Rücken über eine längere aufrechte Haltung in der Küche freuen würde. Wofür gibt es Yoga! Ich blätterte im Buch "Asian Basics" aus dem Hause GU und fand ein Rezept, das meinen Vorstellungen sehr nahe kam.

Nur der Punkt "grüne Lebensmittelfarbe" behagte mir nicht. Aaaaaber ich habe ja noch ein kleines Döschen Matcha-Pulver im Kühlschrank stehen ... die Matcha-Tarte machte es möglich. So gab es heute Mittag grüne Matcha-Eierkuchen mit Sesam-Nuss-Kokos-Füllung.


Die Zutaten für ungefähr 6 Stück:
Für die Eierkuchen:
150 g Mehl (Type 405)
1 gestrichener TL Zucker
1 Prise Salz
1 Ei (Größe L) (Original: 2 Eier)
ca. 1/2 Dose Kokosmilch (Original: 150 ml)
1 gestrichener TL Matcha-Pulver
etwas Butter oder Öl für die Pfanne

Für die Füllung:
30 g Sesam (Original: 50 g)
20 g Mandeln (ganz oder gehackt)
20 g Pistazien, ganz
50 g brauner Zucker (für mich könnte es noch etwas weniger sein, im Original: 80 g Palmzucker)
30 g Kokosraspel (Original: 50 g)

Zunächst Sesam und Nüsse rösten, bis sie schön duften. In einem Topf 1/8 l Wasser mit dem Zucker zum Kochen bringen. Sesam, Nüsse und Kokosraspel einrühren und ohne Deckel solange köcheln lassen, bis das Wasser vollständig verdampft ist.

Mehl, Zucker und Salz mischen, danach mit dem Schneebesen das Ei unterrühren und nach und nach die Kokosmilch zugeben. Fleißig weiterrühren, bis ein cremiger Teig entstanden ist. Er darf nicht zu fest sein, eben wie bei Eierkuchen. Nun das Matcha-Pulver einrühren, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind.

In einer Pfanne etwas Butter oder Öl erhitzen. Mit einer Schöpfkelle etwas Eierkuchen-Teig hineingeben, schwenken und backen, bis die Oberseite Bläschen bildet und antrocknet. Wenden und ausbacken. Auf Küchenpapier ablegen, oben drauf eine weitere Schicht Küchenpapier. So nacheinander auch die restlichen Eierkuchen backen.

Mit der Sesam-Nuss-Kokos-Masse füllen und genießen.


Das Tee-Aroma schmeckt man wirklich leicht heraus, dazu das süße Nuss- und Kokos-Aroma. Lecker!

6. März 2012

Standards setzen: Pures Sauerteigbrot mit zweierlei Vollkorn


Auch wenn dieses Brot auf den ersten Blick nicht spektakulär ist: Es ist soo lecker! Ein ganz klassisches Sauerteigbrot ohne Chichi. Daher möchte ich das Grundrezept hierfür posten, da man es natürlich nach Belieben abwandeln kann. Und da mir anfangs Sauerteigbrote gar nicht gelungen sind, ist das Rezept vielleicht ein Anhaltspunkt für diejenigen unter euch, denen es auch so ergeht :-)

Für ein Brot von 1000 g braucht man:

270 ml lauwarmes Wasser
1 1/2 TL Zucker
1 1/2 TL Salz
 200 g Buttermilch
5 El Öl

300 g Weizenvollkornmehl
300 g Roggenvollkornmehl
1 Packung Sauerteig (als Pulver von Alnatura)
1 1/5 Packung Trockenhefe (Alnatura) - 1 Packung reicht für 500 g Mehl
1 kleine Prise Brotgewürz

Zuerst Wasser, Zucker, Salz, Buttermilch und Öl in den Brotbackautomaten füllen. Danach das Mehl hinzugeben und zwei Kuhlen machen: In die eine Kuhle gebe ich immer den Sauerteig, in die andre Kuhle die Trockenhefe. Dann noch eine Prise Brotgewürz hinein, wer mag.

Und wie immer erledigt den Rest der Automat: Meiner besitzt ein "Buttermilch-Programm", welches ich für meine Buttermilch-Sauerteig-Brote verwende. Alternativ geht aber auch das übliche Vollkorn-Programm. Der Teig geht erst recht spät auf, also nicht wundern, wenn er ziemlich lange platt aussieht. Außerdem sind die Sauerteigbrote immer ein wenig kompakter.



Ich würde dieses Brot nicht zu sehr mit Nüssen o.ä. überladen, sondern eher Leinsamen, Sonnenblumenkerne oder Sesam hinzufügen. Aber das ist ja wie immer Geschmackssache!

PS: Ich habe ein Loch in meinen Brotbackautomaten geschmurgelt. Er steht immer neben dem Gasherd und letztens habe ich etwas in der Pfanne gemacht und als ich fertig war, habe ich die heiße Pfanne auf dem Herd stehen lassen. Sie lehnte leider am Automaten und ich habe erst einen Tag danach festgestellt, dass sie ein Loch in die Plastikhülle gebrannt hat... Der Automat ist noch funktionsfähig, kein Kabelschaden o.ä., aber dieses Loch... naja.

Schmurgelige Grüße...

4. März 2012

Perfekter Sonnentag: italienischer Maiskuchen mit Kirschen


Schon sehr lange auf meiner Liste und eigentlich "nur" die Alternative für den heutigen Sonntagskuchen: unser italienischer Maiskuchen mit Kirschen. Geplant und realisiert war eigentlich etwas anderes. Das auch gelang. Bloß nicht mundete.

Also schweren Herzens die kleinen Küchlein entsorgt. Ein Sonntag ohne Süß, fragte nyhet ganz traurig. Das geht ja wohl gar nicht! Wo sie recht hat, hat sie recht. Was tun? Wie könnte ich ihr den Sonnenschein ins Gesicht zaubern?

Am besten mit einem gelben Kuchen. Das Maismehl war längst eingekauft und harrte seiner Verwendung. Und da gab es doch dieses eine Rezept auf dem schönen Blog "Un déjeuner de soleil", das mich damals so angestrahlt hatte, dass ich es stante pede auf meine Liste gesetzt hatte. Gedacht, gebacken!


Die Zutaten für eine quadratische Springform von 24 x 24 cm:
130 g Ricotta (Original: 250 g Ricotta, weder Quark noch Ziegenfrischkäse)
90 g Quark (ich hatte nur Magerquark)
30 g Ziegenfrischkäse
100 g Zucker + 1 EL (Original: 150 g + 40 g)
Saft einer Blutorange (Original: 1 unbehandelte Zitrone und 2 unbehandelte Orangen)
3 Eier (Größe M)
180 g feines Maismehl
80 g Weizenmehl (Type 405)
1 TL Backpulver
Prise Salz
Kirschen + aufgefangener Saft (meine kamen aus dem Glas, das Original kommt ohne aus)

Backpulver und Weizenmehl mischen und ggf. sieben. Mit dem Handmixer Quark, Ziegenfrischkäse und Ricotta mit Zucker und Salz verrühren, danach den Saft der Blutorange zugeben. Gut umrühren, nun jedes Ei einzeln hineingleiten lassen. Ist alles homogen vermengt, erst das Maismehl löffelweise unterrühren und anschließend das mit dem Backpulver gemischte Weizenmehl.

Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Teig in die Backform füllen und glatt streichen. Kirschen durch ein Sieb aus dem Glas nehmen, den Saft auffangen. Auf dem Teig verteilen und vorsichtig in die Masse drücken, sie dürfen aber ruhig noch sichtbar sein. 30 bis 35 Minuten backen. Der Kuchen soll gelb bleiben und sich bei der Druckprobe weich anfühlen. Alternativ Stäbchenprobe.

Während des Backens den Kirschsaft mit etwas Zucker im Topf köcheln lassen, bis er ein bisschen einreduziert, also konzentriert. Ich habe weniger Zucker als im Original genommen, weil der Saft ohnehin recht süß ist.

Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und noch warm mit dem Sirup beträufeln. Lauwarm mit Puderzucker bestäuben und am besten mit einem Caffè genießen.

So viel Sonne! Strahlt am heutigen Sonn(en)tag

PS: Ein Fall für die Sonntagssüßen.

2. März 2012

Süßer Wochenendstart: ungarischer Quarkkuchen mit Cranberries und Pistazien


Ich habe meine Liebe für Quark wiederentdeckt. Die Konkurrenz von Joghurt hat ihr schwer zu schaffen gemacht und gleichzeitig nicht geschadet. Im Gegenteil, sie kam von ganz allein zurück, als ich kürzlich vor der Kühltheke stand und mein Blick auf der Suche nach irgendwelchen Milchprodukten - der Appetit würde es schon richten - am Quark hängen blieb. Na bitte. Eingepackt.

Zu Hause wusste ich erst nicht so recht, was ich damit anfangen sollte. Bis ich auf Krisz' Beitrag zum letzten Sonntagssüß stieß. Das sah nicht nur verführerisch aus, das las sich auch so. Na, und wenn sie sagt, dass das ein federleichter Kuchen ist, dann kann das nur stimmen. Allerdings mag ich nicht so gern Rosinen im Quarkkuchen, das erinnert mich an den meiner Mutter, den ich in jungen Jahren irgendwann nicht mehr essen mochte. So schwer, so voller Rosinen, obgleich immer mit Liebe gebacken.

Also machte ich fortan einen weiten Bogen und tat mich stattdessen am leichteren Käsekuchen gütlich. Worin der Unterschied besteht? Womöglich gibt es keinen, ich mache ihn am Mischungsverhältnis der Füllung fest: Quarkkuchen = nur Quark. Käsekuchen = Quark + Milch (und/oder andere flüssige Milchprodukte). Es wurde nun Zeit für einen neuen quarkigen Anlauf und ich pirsche mich wieder heran. Mit Krisz' ungarischem Quarkkuchen mit Cranberries und Pistazien.


Die Zutaten für eine kleine Springform von 20 bis 22 cm Durchmesser (ich habe das Originalrezept halbiert und den Puderzucker noch etwas reduziert):
Für den Teig:
15 g frische Hefe
25 ml lauwarme Milch
1/4 TL Zucker
2 Eigelbe
75 g weiche Butter
150 g Mehl
1 Prise Salz

Für die Füllung:
375 g Quark (Magerstufe)
90 g Puderzucker
50 g Cranberries, getrocknet
30 g Pistazien, ungesalzen
2 Eiweiße
1/2 EL Mehl

Zuerst wird der Teig hergestellt:
Die frische Hefe in der lauwarmen Milch gemeinsam mit dem Zucker verrühren, bis die Hefe sich aufgelöst hat. Beiseite stellen. Butter mit den Eigelben schaumig rühren, danach das Mehl hineinsieben. Die Hefemilch hinzugießen sowie das Salz zufügen. Mit den Händen alles zu einem geschmeidigen, nicht klebenden Teig verkneten, eventuell noch etwas Mehl zugeben. Halbieren.

Nun an die Füllung:
Eiweiße steif schlagen. Quark und Puderzucker mit dem Schneebesen verrühren. Cranberries und Pistazien einarbeiten. Eiweißmasse und Mehl vorsichtig mit dem Teigspatel unterheben, bis die Mischung homogen ist.

Jetzt wird der Kuchen zusammengebaut:
Die beiden Teighälften zu Kreisen vom Durchmesser der Springform ausrollen. Ich habe wie so oft die Pâtisserie-Rolle benutzt und den Boden direkt in der Form ausgebreitet. Darauf achten, dass die Lücke zwischen Boden und Rand "verklebt" ist. Danach die Quarkmasse einfüllen und glatt streichen. Mit dem zweiten Teig-Kreis abdecken (die Teigreste habe ich zu Dekoration verarbeitet) und den Kuchen 2 bis 3 Stunden ruhen lassen. Ich habe ihn mit einem Tuch abgedeckt auf dem Küchentisch abgestellt.

Am Ende der Ruhezeit den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze erwärmen. Das Tuch von der Form nehmen, in der es ein wenig zischt und pufft ... Die obere Teigplatte des Kuchens mehrmals mit der Gabel einstechen. 30 bis 40 Minuten backen. In dieser Zeit wächst er mächtig in die Höhe und wird schön golden. Herausnehmen, vollständig erkalten lassen, dabei sinkt er wieder etwas zusammen, aus der Form lösen und mit Puderzucker bestreuen.


Ist er wirklich so federleicht wie versprochen? Aber jaaaa! Eine ganz köstliche Kombination aus knackigem Teig und süß-säuerlicher Füllung. Ich fühle mich versöhnt.

Liebe Krisz, mit vollem Mund dankt Dir für dieses wunderbare Rezept

1. März 2012

Süße Sachen in 10 Minuten: Buttermilch-Pancakes

Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich Wintersport im Fernsehen schaue. Ja, ich plane auch Verabredungen nach dem TV-Sportprogramm! Beim Skispringen erwähnte der Reporter immer den Anders Fannemel, aber was verstand ich... Pfanne Mehl! Spontan bekam ich riesigen Appetit auf Pfannkuchen, aber dafür hatte ich nicht alles im Haus. Die Milch war alle, nur ein Rest Buttermilch vom Brotbacken war noch übrig. So kam die Idee zu Pancakes. Zur gleichen Zeit habe ich eine Freundin damit angesteckt, so dass wir dann (jeder bei uns) eine Ladung Pancakes gebacken haben... und wer ist Schuld, wenn ich zunehme... der Skispringer!



Für 2-3 Portionen Pancakes braucht man:

250 g feines Weizenmehl (Typ 405)
2 TL Backpulver
1/2 TL Natron
etwas Salz
für süße Pancakes: 2 EL Zucker hinzufügen

1 Ei
200 ml Buttermilch
100 ml Wasser
2 EL Sonnenblumenöl

Die trockenen Zutaten werden separat in einer Schüssel vermengt, während die restlichen Zutaten (also Ei, Buttermilch, Wasser und Sonnenblumenöl) gut mit dem Schneebesen in einer zweiten Schüssel verrührt werden. Nach und nach werden hier die trockenen Zutaten eingerührt, bis man eine homogene und etwas dickere Masse erhält (sie muss dickflüssiger sein als der klassische Eierkuchenteig).

In eine heiße Pfanne mit ein wenig Öl gibt man dann (je nach Pfannengröße) 2-3 Kleckse der Pancake-Masse. Die Pancakes werden gewendet, wenn sich an der Oberseite leichte Bläschen bilden. Nachdem auch die zweite Seite schön goldbraun angebraten ist, ist der Pancake fertig! Eventuell sollte man bei den ersten Pancakes testen, ob der Teig schon durch ist und ggf. die Hitze regulieren.




Ich esse die Pancakes am aller-aller-allerliebsten süß und mit Schmand und etwas Frucht, z.B. Marmelade. Beliebt sind sie aber auch mit Ahornsirup oder Honig, oder wer es herzhaft mag (dann den Teig ohne den Zucker zubereiten): Mit Lachs oder Bacon!

Enjoy,