Letztens vernahm ich im Supermarkt ein Flüstern. Nimm. Mich. Mit. Sofort. Das passiert mir nicht oft, ich schaute mich irritiert um. Woher könnte das wohl gekommen sein. Der dort hinten am Käsestand? Also bitte! Oder der mit der Nase in den Zitrusfrüchten? Mit einer Frau im Arm sicher kaum. Was ist mit dem am Süßigkeitenregal? Der reicht gerade seinen Kindern einen Lolli. Nein, die Herrschaften um mich herum waren mit sich selbst beschäftigt, von denen konnte der Lockruf nicht gekommen sein. Ich warf meine Haare in den Nacken und wollte gerade weitergehen. Da. Schon wieder.
Etwa doch dieses Blatt vor mir? Eigentlich kann ich mich mit diesen Futtern-und-Schlürfen-Journalen nicht so recht anfreunden (abgesehen von Plätzchen-Sonderausgaben), es musste sich also verguckt haben. Und warum blinzelt es mich dann so aufreizend an? Ich sah genauer hin, ein zweiter Blick schadet bekanntlich nicht. Was entdeckte ich?
"Ein Stück vom Glück". Oh ja, bei dem Anblick, der sich mir darbot, wollte ich das sofort glauben. Dieses Brot auf der Titelseite der "Schrot&Korn" (Ausgabe 02/2012) verhieß Brotglück pur. Das Heft wanderte also mit mir nach Hause, und nach kurzem Rezeptestudium war klar: das schnelle Joghurtbrot würde meine längere Brotbackpause beenden.
Die Zutaten:
500 g Weizenvollkornmehl (Original: Dinkelmehl, das hatte ich jedoch nicht vorrätig)
1/2 TL Natron (das waren bei mir 3 Natron-Tabletten, im Mörser zerstoßen)
1 Päckchen Backpulver
2 gestrichene TL Salz
150 g Saatenmischung (meine war von Alnatura)
2 EL Hirse
200 g Möhren, ungeschält gewogen
350 g Vollmilch-Joghurt
1 Ei (Größe M)
So schnell habe ich bisher noch kein köstliches Brot zusammengerührt und gebacken:
Zuerst Mehl, Natron, Backpulver, Salz, 100 g der Saatenmischung und 1 EL Hirse in einer Schüssel vermengen. In einer zweiten Schüssel das Ei verquirlen und mit dem Joghurt gut verrühren. Die Möhren schälen, grob raspeln und in die Joghurt-Ei-Masse mischen.
Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Die Joghurt-Möhren-Mischung nun zur Mehlmischung geben. Zum Handmixer (Knethaken) greifen und alles mischen, bis die trockenen Bestandteile gut feucht sind. Danach mit den Händen weiterkneten, bis ein formbarer Teig entsteht, aus dem ein länglicher Laib gebildet wird. Mit Wasser befeuchten und den Rest aus Saatenmischung und Hirse darauf verteilen, ggf. etwas andrücken. Auf dem mit Backpapier ausgelegten Blech auf der zweiten Schiene von unten 40 bis 45 Minuten backen.
Nach dem Herausnehmen abkühlen lassen. Ich muss Brot immer noch warm probieren und habe es deshalb bald angeschnitten.
Die Konsistenz ist, wie bei Vollkornbroten üblich, etwas bröselig und dennoch angenehmen feucht. Das Brot hält sich problemlos mehrere Tage, ohne auszutrocknen. Im Gegenteil, es ist wunderbar saftig, kernig und - gesund.
Hmmm, das sieht toll aus!
AntwortenLöschenDiese Ausgabe der Schrot und Korn liegt auch bei mir rum. Ich hab bereits das Bauernbrot getestet (sehr fein!), dieses Brot ist als nächstes dran. :)
Wow, das sieht wirklich köstlich aus!!! Ich habe die Ausgabe auch, werde am Wochenende auspobieren!!! :-) Danke für das Rezept! :-)
AntwortenLöschenSuper sieht dein Brot aus. Das Heftl hab' ich auch, mich lacht das Bananenbrot an. Grüßle
AntwortenLöschen@Gourmande: oh, gut zu wissen, dass das Bauernbrot so fein ist, das steht bei mir als nächstes an :)
AntwortenLöschen@Culinaria Ungaria: bin gespannt, wie Du es findest! :)
@Sybille: danke! Ha, bin auf Dein Urteil zum Bananenbrot gespannt, mich reißt das Rezept etwas hin und her ...