Kürzlich lachten mich aus einigen Blogs diese kleinen Hefedinger an. Ein Déjà-vu? Ringelein. Wirbelwind. Sie erinnerten mich an den Chinois Alsacien, der im vergangenen Jahr unseren Frühstückstisch erobert hatte. Und daran, dass verspielt zu backen etwas Wundervolles ist. Saßen wir nicht alle dereinst im Sandkasten und füllten ganze Bäckerei-Regale mit unseren aparten Köstlichkeiten? Wen man ließ, der kostete sogar. Ein Glück, dass ich später lernen durfte, wie ein Sandkuchen wirklich schmecken muss.
Gut, die Spielfreude könnte durch die Herausforderung "Hefeteig" sofort getrübt sein. Wie oft saß ich schon vor der Teigschüssel und feuerte ihn an, doch endlich, endlich größer zu werden. Aber er benahm sich wie pubertierende Mädels. Wenn sie etwas sollen, wollen sie es ganz bestimmt nicht. Ungefähr genauso bockig wurde ich dann und verbannte schließlich den Hefeteig aus meiner Backstube. Der Blaubeerkuchen, der gab mir damals den Rest. Stur ignorierte ich den kompakten Hefeteig, zerrte ihn auf dem Blech in die Breite und zwang ihn in die Länge. Wutschnaubend die Heidelbeeren verteilt und alles krachend in den Ofen geschoben. Heraus kam Pamps. Hätte ich vorher wissen können. Vielleicht wollte ich meine Wut nur steigern, denn irgendjemand musste schließlich schuld sein.
Inzwischen haben wir uns miteinander versöhnt. Erfolgserlebnisse machen eben nachsichtig und überzuckern die Erinnerung. Wie diese Pflaumen-Mohn-Schnecken nach diesem Rezept. Vergessen ist süß. Eine kindliche Gabe?
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| Oh Schreck ... |
Die Zutaten für eine Auflaufform oder Bratenwanne von etwa 40 x 24 cm:
500 g Weizenmehl (Type 405)
50 g weiche Butter
1 Päckchen Trockenhefe
300 ml Milch
1 Eigelb (Größe L)
4 TL Zucker
1 Prise Salz
Für die Füllung:
Pflaumenmus
Mohn
Zum Fertigbacken:
150 ml Milch (ggf. mit etwas Zucker süßen)
Butterflocken
So einfach ist Hefeteig selten: alle Zutaten zusammenmischen, bis der Teig ist und sich gut vom Schüsselrand löst. Mit einem Geschirrtuch bedecken und an einem warmen Ort gehen lassen. Das Teigvolumen soll sich verdoppeln, was bei mir etwa anderthalb Stunden dauerte. Ich wärme den Backofen immer leicht an und stelle die Schüssel hinein.
Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Form mit Backpapier auslegen oder einfetten.
Den Hefeteig aus der Schüssel lösen und einmal kurz durchkneten. Auf einer bemehlten Fläche zu einem Rechteck (ungefähr 30 x 50 cm) ausrollen. Mit Pflaumenmus bestreichen und großzügig Mohn darüberstreuen. An der Längsseite vorsichtig aufrollen und die "Wurst" in 3 cm dicke Stücke schneiden. Diese nebeneinander dicht an dicht in die Form setzen und 15 Minuten backen.
Die Form herausziehen, über dem Teig die Butterflocken verteilen. Danach die Milch darübergießen. Weitere 15 Minuten backen. Die Schnecken aus dem Ofen nehmen und die ersten noch warm genießen.
Und, wie findet ihr sie? Die Kombination aus Pflaumenmus und Mohn finde ich umwerfend. Seit Plätzchen-Elch und Ausstecher in Liebe zueinander entbrannten. Mir waren die Schnecken zu wenig süß, beim nächsten Mal tränke ich sie mit gezuckerter Milch.

Oh ja, die sehen echt niedlich und vor allem lecker aus!!! :D
AntwortenLöschenIch fürchte, da wird der Verbenenkuchen noch etwas warten müssen, das klingt zu lecker...
AntwortenLöschenHabe auch noch eine Idee für das "Versüßen", aber da probiere ich erst mal - ich lasse es Dich wissen, wenn's was wird!
Hexle
@Sarah-Maria: was sie aber nicht vor dem Vernaschen bewahren konnte :)
AntwortenLöschen@Hexle: Versuch macht kluch. Bin gespannt!
Ohhh, die sehen lecker aus!
AntwortenLöschenIch hatte am Anfang auch meine Schwierigkeiten mit Hefeteig. Inzwischen backe ich nur noch mit frischer Hefe, seither ist nichts mehr schief gegangen! :-)
Der Siegeszug des Hefeteigs begann bei mir ebenfalls mit der frischen Hefe. Inzwischen klappt's auch mit der trockenen :D
LöschenHach, gerade verspeise ich Mohnknödel mit Pflaumenmus. Ist eine super Kombi.
AntwortenLöschenGrüßle
Ohh yes!! Knödel, wie verführerisch!
LöschenOh, hier auch Mohn! Es ist auch einfach zu köstlich. Deine Schnecken kommen mir gerade recht, denn auf süßes Hefegebäck habe ich schon seit letzter Woche Appetit.
AntwortenLöschenIch staune ein wenig, dass die Mohnsamen ungeschrotet und ungekocht auf den Teig kommen, aber sie quellen wohl durch die Milch auf?
Lieben Gruß, enim sou
Ich habe den Mohn auf das Pflaumenmus gestreut, klappte wunderbar. Mein Versuch des Zerkleinerns scheiterte - meine Maschine drehte im wahrsten Sinne des Wortes durch. LG!
LöschenPssst...! Bei mir hat es mit dem Mahlen auch nicht geklappt, meine Mühle verstopfte und ich musste ordentlich Weizenkörner nachschütten, damit ich den Klumpen rausbekam. Das Ergebnis war kläglicher Mohnschrot und viel ungemahlener Mohn mit Weizenschrot. Ich habe einfach alles zusammen in der Milch gekocht und im Kuchen war es dann wunderbar.
AntwortenLöschenP.S. Deine Tomatentarte sieht köstlich aus!
enim sou
Ich habe noch mal nachgeschaut: mein Mohn ist schon verarbeitungsfertig, ohne Mahlen, Einweichen u.dgl. Gut, nicht?
LöschenGab es gestern zum Mutter- und Schwiegermuttertag. Einfach Genial!
AntwortenLöschenIch bekomme sofort selbst Appetit! Und freue mich, dass sie so gut bei euch ankamen :)
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