31. März 2011

Gebacken: Aus eins mach zwei

Ich frühstücke leidenschaftlich gern!

Am liebsten süß. Brioche, Croissant, Brötchen, dunkles Brot oder auch ein Toast. Dazu selbstgemachte Marmelade (ob von mir oder anderen edlen Spendern ist egal). Café au lait, Cappuccino oder Tee. Momente der Ruhe. Mehr brauche ich nicht, um das wohlige Gefühl zu haben, der Tag fängt wirklich gut an. 




Und während ich so frühstücke, schaue ich aus dem Fenster, lausche den Vögeln oder höre die Neuigkeiten der Welt im Radio. Viele lesen Zeitung, mir fehlt dafür zumindest unter der Woche die Konzentration. Zu verträumt, zu sinnierend bin ich des Morgens.

Ohne gefrühstückt zu haben, kann ich nicht aus dem Haus gehen. Mir würde etwas enorm Wichtiges fehlen, und ebenso meinem Magen. Umso schlimmer, wenn ich verschlafe, alles schnell schnell gehen muss, keine Zeit bleibt, sich für ein paar Augenblicke hinzusetzen, und ich auf diese Weise ganz rauh in den Tag gestoßen werde. Der ist dann bereits vorbei, bevor er überhaupt erst angefangen hat.

Morgen soll der Tag zumindest nicht an der süßen Basis scheitern. Brioche musste her. Zu spät zum Einkaufen, genügend Zeit hingegen zum Selbermachen. Ist mir sowieso lieber.

Kühlschrank auf - oh je! Wie schrieb ich gerade: zu spät zum Einkaufen. Hm, das gilt ja wohl auch für die Zutaten. Ein Problem, denn eigentlich wollte ich Stephs Rezept nachbacken. Blöd nur, dass weder genügend Eier (genau genommen: eines) noch ausreichend Butter (nicht einmal ein halbes Stück) im Schokozwergschen Haushalt vorhanden waren. Doch wieder auf Aurélies Backanleitung für Brioche zurückgreifen? Bewährt hat sie sich ja bereits mehrere Male. Nein, ich beschloss, selbst kreativ zu werden und ein eigenes Rezept zu schaffen. Versuch macht bekanntlich kluch!

Nach dem intensiven Studium beider Rezepte kam diese Zutatenliste heraus:
500g Weizenmehl (Type 405)
250ml Vollmilch
80g Butter
1 Ei (Größe L)
1/2 Würfel frischer Hefe
1/2 TL Salz
60g Zucker
1 Vanilleschote

So wird der Hefeteig draus:
Die Milch habe ich leicht erwärmt und darin 1 TL Zucker (von der abgemessenen Menge) sowie die Hefe aufgelöst. Ein paar Minuten stehen lassen. Auf der angewärmten Herdplatte anschließend die Butter schmelzen lassen. Mehl, den restlichen Zucker, Vanillemark und Salz mischen. Die Hefemischung zugeben.

Da mein Ei direkt aus dem Kühlschrank auf den Tisch rollte, habe ich es in einer Schüssel aufgeschlagen, ein wenig verquirlt und in die flüssige Butter gegossen, damit sich die Temperatur etwas angleicht. Ich bin da etwas vorsichtig, schließlich pflastern misslungene Hefeteige meinen Backpfad.

Auch die Butter-Ei-Mischung zu den übrigen Zutaten gießen und alles mit dem Handmixer (Knethaken) auf einer hohen Stufe gut durchkneten. Der Teig darf nicht kleben, im Notfall nach und nach noch etwas Mehl zugeben, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst. Nun darf er ruhen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat (mindestens 1 Stunde).

Den Teig danach kurz von Hand durchkneten und weitere 10 Minuten ruhen lassen.

Nach Stephs Anleitung habe ich die Brioches in Form gebracht:
Muffinblech - pro Brioche 3 kleine Kugeln formen - diese zusammen in eine Mulde legen (ggf. mit Backpapier darunter) - noch etwas aufgehen lassen.

Oha! Alle Mulden sind gefüllt, aber ich habe noch eine große Portion Teig übrig. Was tun?! Ich erinnerte mich eines anderen Rezepts von Aurélie, das ich bereits nachgebacken und für außerordentlich köstlich befunden hatte: petit Chinois Alsacien.
Teig zu einer rechteckigen Platte ausrollen (etwa 1/2 cm dick) - mit etwas geschmolzener Butter einstreichen - Schokotropfen großzügig verteilen - Zimt darüber streuen - vorsichtig an der Längsseite aufrollen - in ca. 5 cm lange Stücke schneiden - diese in einer kleinen Form (bei mir 20 cm Durchmesser) nebeneinander platzieren, ohne dass sie sich berühren - noch etwas aufgehen lassen.

Währenddessen den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Mangels Ei habe ich etwas Milch mit Zucker verrührt und alle Teiglinge damit bepinselt. Ab in den Ofen! Die Brioches müssen etwa 20 Minuten backen, der Chinois benötigt etwas mehr Zeit. Wenn sie gut gebräunt sind, dürfen sie heraus und abkühlen. Den Chinois habe ich noch mit einer Mischung aus Puderzucker und Cointreau beträufelt, nachdem er abgekühlt war.



Dann konnte es nur noch heißen: Probieren!


Nicht zu süß. Schöne knusprige Kruste. Innen butterzart und weich. Ich musste mich wirklich beherrschen und freue mich doch umso mehr auf das Frühstück mit Brioche und Chinois Alsacien aus ein- und demselben Teig. Meiner ersten eigenen Hefeteigkreation.

Der rote Klecks, das ist übrigens Erdbeermarmelade mit frischer Minze. Natürlich faite maison!

29. März 2011

Gebacken: Noch mehr Sonne


Die Hälfte verschenkt. Ein Drittel selbst gegessen. Nur ein kleiner Rest hat die 24 Stunden überdauert, seit ich die Form aus dem Ofen zog. Das ist bitter. Wo ich doch Tarte au citron soooo sehr liebe!!

Die Sonne schien, draußen. Ich wollte sie auch nach Innen holen. Was würde da besser passen als eine Zitronentarte. Diese saure Süße, cremig im Mund, mit einem Hauch Vanille - da kann die Sonne nicht mehr fern sein.

Aber welches meiner vielen Tarte-au-citron-Rezepte sollte ich in die Tat umsetzen? Ein neues, unbekanntes, andersartiges. Welches Buch würde sich dazu nicht besser eignen als der "Petit Larousse Pâtissier", von dem ich hier bereits ins Schwärmen gekommen bin?!

Gesagt - getan. (Die Meringue- bzw. Baiser-Schicht lasse ich jedoch weg.)
Für den Teig (pâte sablée) benötigt man
50g weiche Butter (in kleine Stücke geschnitten)
125g Mehl
50g Zucker
1 Vanilleschote
1 Ei

Vanilleschote auskratzen und das Mark mit dem Zucker mischen. Das Mehl sieben und die Butter vorsichtig mit den Fingerspitzen einarbeiten, bis keine Stücke mehr übrig sind und die Masse schön sandig ist. In der Mitte eine Kuhle machen, in die das Ei geschlagen wird. Dann den Zucker hinzugeben und alles zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Falls er klebt, peu à peu etwas mehr Mehl zufügen. Eine Kugel formen und den Teig mindestens eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Eine Tarteform von 26 cm Durchmesser wird im Buch empfohlen. Die geht gut, allerdings wird der Kuchen dann recht dünn. Wer's etwas mächtiger mag, sollte eine etwas kleinere Form nehmen. Den Teig gut auf Boden und an der Wand verteilen (Achtung, ist eine etwas klebrige Angelegenheit).

Den Ofen auf 180-200 Grad vorheizen.

Nun an die Füllung (crème au citron). Das sollte vorrätig sein:
3 mittelgroße Bio-Zitronen
50g Butter
1 EL Stärke
1 EL Wasser
4 Eier (am besten Größe M; wenn nur Größe L da ist, reichen 3)
200g Zucker

Die Zitronen waschen, danach ihre Schale fein abreiben. Ist dies erledigt, alle Zitronen auspressen. Bei schwacher Hitze die Butter schmelzen. Die Stärke mit 1 EL Wasser verrühren, bis keine Klümpchen mehr da sind. Zusammen mit dem Zucker werden die Eier geschlagen, bis die Masse weiß wird. Jetzt nacheinander Stärke, Butter sowie Zitronenzeste und -saft zugeben und alles gut mischen.

Die Masse ist weiß, schön schaumig und kann in die Form gegossen werden. Mmh, wer den Finger hinein stippt und ableckt, spürt schon die saure Süße auf der Zunge. Oh, wie verheißungsvoll!

Ab in den Ofen für 35-40 Minuten. Fertig ist die Tarte au citron, wenn der Kuchenrand gebräunt, die Zitronenmasse oben golden und die Tarte insgesamt fest ist. Wer geduldig ist, lässt sie abkühlen. Wessen Sonnenbedarf immens ist, der schneidet sich sofort ein Stück ab.

So wie ich.



À venir: mes autres recettes Tarte au citron!

26. März 2011

Gebacken: Eine Tarte voller asiatischer Sonne


Der zweite Anlauf für ein asiatisches Dessert. Gelungen? Gelungen. Sehr sogar.

Ich und mein süßer Zahn!

Anregungen für diesen Nachtisch, der einen wunderbaren Kochabend abrunden sollte, habe ich mir in dem sehr schönen und an Rezepten reichen Buch "Atelier tartes - salé + sucré" von Catherine Kluger geholt. Dazu werde ich übrigens noch einen eigenen Beitrag hier im CharlottenBlog schreiben.

Ein Rezept war mir in meinem Buch aufgefallen: "Banane + Tapioca à la noix de coco". Dazu die Bilder. Sofort lief mir das Wasser im Munde zusammen. Die Banane allerdings sagte mir nicht so richtig zu. Ohne Obst würde es wiederum zu trocken werden. Was tun? Mir schwebte Mango vor. Den Geschmack von Kokosmilch auf der Zunge, und dazu das Aroma einer reifen Mango - oh ja, das musste es sein. Da stach mir ein weiteres Rezept ins Auge: "Mangue + Caramel au beurre salé". (Was für eine Kombination?! Kommt auf meine virtuelle To-do-Liste!) Da hatte ich die Idee, die ich suchte. Es konnte losgehen.

Die Zubereitung meiner Mango-Sago-Tarte ist etwas aufwändiger und muss in drei Etappen erfolgen. Gebacken habe ich sie in einer Springform mit 20cm Durchmesser (22cm oder 24cm dürften auch kein Problem sein).

Zunächst der Teig. Die im Buch angegebene Menge ist für meine Begriffe zu hoch, ich werde sie beim nächsten Mal um ein Drittel verringern. Trotzdem gebe ich an, was ich tatsächlich verarbeitet habe:
200g Weizenmehl Type 405 (es geht auch Type 550)
80g Puderzucker
25g Mandelpuder (oder gemahlene Mandeln)
1 Messerspitze Salz
120g Butter (sehr kalt und in kleine Stückchen geschnitten)
1 Ei (Größe M oder L, ich habe wieder nur Größe L bekommen)
30g Kokosraspel

Mehl, Puderzucker und Mandelpuder sieben und mit dem Salz vermischen. Die sehr kalten Butterwürfel unterrühren, mit der Mehlmischung bedecken. Nun das geschlagene Ei zugeben und alles schnell zu einem Teig verkneten, möglichst ohne die Butter zu sehr zu erwärmen. Dann in eine Folie einwickeln und für mindestens eine Stunde ab in den Kühlschrank. Danach vorsichtig ausrollen und die Springform auskleiden. Den überstehenden Teig abschneiden und den Boden mit einer Gabel mehrmals stechen. Im Kühlschrank (oder besser Gefrierschrank) mindestens 30 Minuten kalt werden lassen. Mit Backpapier auskleiden und mit Hülsenfrüchten komplett ausfüllen. Richtig, der Teig wird vorgebacken (sog. Blindbacken), und zwar bei 160 Grad während 30 Minuten.

Kleine Anmerkung: Im Buch wird der Schritt des Auskleidens und Auffüllens mit Hülsenfrüchten nicht erwähnt. Daran hatte ich mich gehalten.


Das Ergebnis. Die Ränder waren durch die Hitze heruntergerutscht und verwandelten den Tarteboden in einen Klumpen. Einen sehr gut schmeckenden Klumpen, wohlgemerkt! Der zweite Versuch - mit Hülsenfrüchten - war erfolgreich:


Nun  weiter mit der Mango. Die Zutaten:
1,5 große reife Mangos (beim nächsten Mal nehme ich 2)
3 EL brauner Zucker
etwas Wasser
1 EL Butter

Die Mangos schälen und das Fruchtfleich in ca. 1cm dicke Streifen schneiden. Die schönen Streifen - ungefähr so viele, um den Boden der Tarte vollständig zu bedecken - werden in der Pfanne etwas karamellisiert. Dazu den braunen Zucker in der Pfanne verflüssigen, dann etwas Wasser und die Butter hinzugeben. Immer schön rühren. Die Mangostreifen hineingeben und ca. 5 Minuten karamellisieren. Immer schön aufpassen und wenden, damit sie nicht anbrennen. Sie dürfen auch nicht zerfallen. Danach direkt auf dem ausgekühlten Tarteboden eng aneinander liegend drapieren.

Jetzt werden die restlichen Mangostücke püriert. Diese Masse habe ich über die karamellisierten Mangostreifen gegeben, etwas Kokosraspel darauf gestreut, und so sah die Tarte nach dieser Etappe aus:


Eine Verbesserungsidee an dieser Stelle: Mit etwas Banane pürieren, damit die Masse fester wird oder das reine Mangopüree mit einem halben TL Agar-Agar kurz aufkochen, über die Mangostreifen geben und abkühlen lassen. Dann gewinnt diese untere Schicht an Festigkeit.

So, und zu guter Letzt die Sago-Schicht. Dazu werden benötigt:
40g Sago-Perlen (gibt es im Asia-Supermarkt; man kann auch Tapioka nehmen)
400ml Kokosmilch
60g Zucker

In einem Topf wird die Kokosmilch zum Kochen gebracht. Dann Sago und Zucker hineingeben und für 10-15 Minuten leise köcheln lassen. Solange, bis die Masse andickt. Die Perlen sollten glasig und weich sein (man kann sie auch vorher für 15 Minuten in Wasser einweichen und dann ohne das Wasser in die Kokosmilch geben. Diese Zeit hatte ich nur nicht). Den Topf vom Herd nehmen und den Sago etwas abkühlen lassen. Vorsichtig in die Tarte geben und glatt streichen. Ich habe noch etwas Dekoration aufgetragen:


Man sieht, der Teigrand ist zu hoch. Aber macht nix, er schmeckt ja sehr gut. Die Tarte sollte nun noch für 3-4 Stunden in den Kühlschrank, damit die Sago-Schicht auskühlt und fest wird.

Eine Viertelstunde vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen. Kaffee dazu. Bon appétit!


23. März 2011

Un petit sourire.



Das erste Frühlingsgrün in der Stadt. Gesehen im Regierungsviertel.

22. März 2011

Gekocht: Nie nie nie wieder kaufe ich Mousse au chocolat!

Sondern mache sie ab sofort nur noch selbst. Oui bien sûr!


Lange habe ich es vor mir hergeschoben, habe es nicht gewagt. Mousse au chocolat selbst zubereiten? Um Gottes willen. Warum eigentlich? Wovor hatte ich solchen Respekt? Der Gründe gab es viele: Rohe Eier. Die Masse könnte zusammenplumpsen. Klumpen. Die Masse könnte nicht fest werden. Komplizierte Rezepte. Die Masse wird nicht fluffig. Kein gutes Rezept. Viel zu aufwändig.

Alles kompletter Blödsinn! Wie heißt es so schön "Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe". Also endlich Schluss damit.

Auf dem Cover meines derzeitigen Lieblings-Dessertbuchs "Petit Larousse Pâtissier" stach mir sofort das Bild einer verführerischen Mousse au chocolat ins Auge. Genauso sah sie in meiner Vorstellung aus, zum Dahinschmelzen.



Ich wusste sofort: Das wird das erste Dessert aus diesem Buch, dem ich Leben einhauche.

Für 4 bis 6 Portionen sind diese Zutaten notwendig:
20g Butter
180g dunkle Schokolade (bei mir war es eine 70%ige Bio-Schokolade, die möglichst fein gehackt wird)
1 EL Vollmilch
100ml flüssige Crème fraîche (ich nahm Schlagsahne)
3 Eier (da Größe M in meinen Breiten momentan nicht so leicht zu bekommen ist, habe ich Größe L genommen)
15g Zucker

So geht's:
Vorneweg: Die Zubereitung dauert ganze 15 bis 20 Minuten.

Die Butter habe ich in kleinen Stücken weich werden lassen und währenddessen die Schlagsahne mit der Vollmilch erhitzt.

Kocht diese Mischung, wird sie über die gehackte Schokolade gegossen. Sofort kräftig mit einem Schneebesen für 1 bis 2 Minuten umrühren, bis die Mischung auf etwa 40 Grad abgekühlt ist. Das klingt jetzt wahnsinnig kompliziert, ist es aber überhaupt nicht. Ich habe einfach an der Schüssel gefühlt, wann ich sie anfassen kann. Da musste die richtige Temperatur erreicht sein.

Nun habe ich die Butter in die Schokoladen-Sahne-Masse gegeben und weiter kräftig mit dem Schneebesen umgerührt, bis sie geschmolzen war.

Eier trennen. Die Eiweiße werden zu Schnee geschlagen. Nach etwa 1 Minute habe ich den Zucker hinzurieseln lassen und weitergeschlagen, bis die Masse schön steif war. Schnell die Eigelbe hinzufügen, noch ein paar Sekündchen rühren. Handmixer aus!

Ein wenig von der Eimasse in die Schokoladenmasse unterrühren, danach umgekehrt die Schokoladenmasse zur Eimasse geben und vorsichtig unterheben. Wirklich vorsichtig! Am besten mit einem Teigschaber. Lassen sich beiden Massen nicht mehr voneinander unterscheiden, in Gläser, Schüsselchen oder eine große Schale füllen und ab in den Kühlschrank für 4 Stunden.

Und dann? Essen!



Und dann?


Alle.

Mein neues Lieblings-Dessertinspirationsbuch


Manchmal macht es einem das Leben wirklich nicht leicht, sich selbst etwas Gutes zu tun. Dann helfen bekanntlich drei Dinge: Zeit. Geduld. Zuversicht.

Manchmal muss man das Leben austricksen, zumindest für ein paar wertvolle Augenblicke. Dann habe ich drei Empfehlungen: Backen! Desserts! Verschenken!

Die nötigen Inspirationen könnten zum Beispiel aus diesem Buch stammen: "Petit Larousse Pâtissier". Mein neuer Favorit unter den heimischen Dessert-Büchern! Ein herrliches Buch. Ein Augenschmaus. Ein Appetitanreger. Ein Förderer tropfender Zähne. Ein wahrer Schatz an Ideen.

Vorgestellt werden 200 Köstlichkeiten der französischen Pâtisserie, gegliedert u.a. nach Klassikern, Schokoladigem, Fruchtigem oder Erfrischendem. Ein Abschnitt widmet sich den Grundlagen und wichtigen Zubereitungstechniken. Gerätschaften werden in einem weiteren Kapitel abgebildet und beschrieben. Ein Glossar der Pâtisserie-Sprache darf natürlich nicht fehlen. Ganz zu schweigen von einem Index der Rezepte nach Zutaten oder Zubereitung sowie einem alphabetischen Rezeptregister.

Und sonst? Jede Köstlichkeit wird auf einer Doppelseite präsentiert. Links die Beschreibung, die alle notwendigen Informationen wie Zubereitungs- und Ruhezeiten, Größe der Form, Zutaten und Zubereitung sowie Variationsmöglichkeiten und praktische Ratschläge enthält. Kalorien zählen nicht dazu, auf sie wird nämlich weise verzichtet! Bemerkenswert: Ungenaue "Maßeinheiten" wie "Beutel" werden zusätzlich mit ihrem Gewicht angegeben, und neben der Einstellung des Temperaturreglers am Herd (in Frankreich geläufig) wird auch der genaue Grad Celsius genannt. In ausländischen Koch- und Backbüchern nicht unbedingt selbstverständlich. Ob ein Rezept für Kinder geeignet oder besonders einfach zu verwirklichen ist, wird durch kleine Kommentare angezeigt.

Rechts finden sich die wunderschönen Fotos, bei deren Anblick der Leserin - also mir - sofort das Wasser im Munde zusammenläuft. Ich überlege ungeduldig, wann ich was in meiner Küche zaubern und wem ich damit eine Freude machen könnte. Ist das nicht furchtbar?!

Mitnichten. Denn das erste Rezept habe ich spontan ausprobieren müssen, weil es schon seit langem auf meiner Wunschliste stand, an das ich mich jedoch noch nie herangewagt hatte. In den nächsten Tagen hier mehr zu meiner allerersten Mousse au chocolat ... und in der Zukunft ganz sicher in diesem Blog viele Kreationen aus dem "Petit Larousse Pâtissier". Wie gewohnt auf Deutsch.

Denn einen kleinen Wermutstropfen gibt es möglicherweise für den einen oder die andere: Das Buch ist auf Französisch.

20. März 2011

Fremdgekiezt: Winter-adé-Frühstück im Park

Letzter Wintertag. Geschafft. Morgen ist Frühlingsanfang. Juchu! Endlich!

Was also mit diesem Tag anstellen? Kalt war es. Wider Erwarten. Als wollte sich der Winter gegen das Unvermeidliche wehren. Aber deswegen zu Hause bleiben? Nein. Schon lange bin ich nicht mehr auf einem Flohmarkt gewesen, das sollte also mein heutiges Sonntagsvergnügen werden.

Mit Freunden hatte ich mich verabredet. Zuerst wollten wir wühlen, kramen, angucken, prüfen, feilschen, ablehnen, lachen, weitersuchen, handeln, mitnehmen. Danach war ein spätes Frühstück anvisiert. Nachdem wir alle Stände abgeklappert und unsere Mitbringsel sicher verstaut hatten, sehnten wir uns nach Wärme. Zeit, das Parkcafé am Fehrbelliner Platz anzusteuern.


Schon im Vorbeigehen sahen wir: Es war voll. Proppenvoll. Und trotzdem kamen wir genau zum richtigen Zeitpunkt. Erst wurde ein Tisch für Zwei frei, und wir richteten uns schon darauf ein, auch zu Dritt daran Platz zu finden. Dann gingen auch die Herrschaften am Nachbartisch. Flugs schoben wir beide Tische zusammen. Perfekt.


Von der Bank aus hatten wir eine wunderbare Aussicht auf die Bar und, viel wichtiger, die Gästeschar, und für die auf den Stühlen Sitzenden hängen Spiegel an der Wand, um am Vergnügen der "Bankdrücker" teilhaben zu können. Was wird dem aufmerksamen Beobachter geboten? Ein höchst illustres Publikum: Geburtstag Feiernde, Mädelsfrühstücksrunden, Familien, Standinhaber des Flohmarkts nebenan, reife Damen, Halbstarke, Dandys, Freunde der achtziger Jahre, Udo Walz, normale Paare, Charlottenburger Bohème, Frischverliebte jeden Alters, Flohmarktbesucher, Kaffeekränzchen, Barbara Becker, Fashion Victims, alt gewordene Playboys, perfektionierte Frauen, besonders Lässige ... und zum Glück auch stinknormale Berliner. Wir hatten großen Spaß.

Die Frühstückskarte - bis 18 Uhr kann ihr Angebot verköstigt werden - ist üppig und bietet neben Kombinationen mit so schönen Namen wie Sophie, Aphrodite oder Penelope auch belegte Baguettes, Rührei- oder Spiegelei-Zusammenstellungen. Auf unserem Tisch landeten Lena (Bio-Rührei mit frischen Kräutern, dazu hausgebeizter Lachs mit Honig-Senf-Sauce, Toast und Butter), Rührei aus Bio-Eiern mit krossem Speck, Butter und Baguette, Spiegeleier aus Bio-Eiern mit krossem Speck, Butter und Baguette sowie Parkcafés Eiweißschock (Honig-Zimt-Quark mit frischem Obst, Rosinen und Cornflakes). Die Rühreier waren wenig gewürzt, was im Falle des krossen Specks willkommen war, während sie als Bestandteil von Lena von der Frühstückerin nachgewürzt werden mussten. Eine Spur zu süß war der Quark, mundete jedoch allen Frühstücksrunden-Teilnehmern. Wir genossen unser Winter-adé-Frühstück!

An den Tischen nebenan wurde bereits zu Mittag gespeist. Keine ungewöhnlichen Gerichte, die appetitlich aussahen und offensichtlich schmeckten. Vor allem bei kaltem Wetter. Mal sehen, was die Sommerkarte zu bieten haben wird. Denn es lohnt sich, in diesem lichtdurchfluteten Lokal einen gemütlichen Sonntagvormittag zu verbringen. Und wenn der Frühling erst mit den entsprechenden Temperaturen in Berlin Einzug gehalten haben wird, dürfte es auch im Biergarten des Parkcafés richtig lauschig sein.

Wohin: Parkcafé. Fehrbelliner Platz 8 (Wilmersdorf).


16. März 2011

Gebacken: Fondants à la Framboise



Für diese kleinen Köstlichkeiten habe ich mir einmal mehr bei Paule Anregungen geholt. Mir stand jedoch der Sinn eindeutig nach Himbeeren, mes fruits absolument préférés!

Aufgrund mehrerer vorratstechnischer Umstände habe ich die Zutatenliste etwas abgewandelt:
120g Butter
110g Rohrohrzucker
2 Eier Größe L (hatte ich zu Hause, deshalb etwas mehr Mehl)
150g Weizenmehl Type 550
2 TL Weinsteinbackpulver (Bio)
2 EL Cointreau
2 EL Holunderblütensirup
gefrorene Himbeeren (die Menge habe ich nicht abgemessen, sondern nach Gefühl zugegeben - da mein Frucht-Herz für Himbeeren schlägt, natürlich nicht zu knapp)

Die Zubereitung erfolgte im Prinzip wie im Ausgangsrezept:
In die geschmolzene Butter den Zucker, Cointreau und Holunderblütensirup geben und gut unterrühren. Danach Mehl und Backpulver hineinsieben, kräftig mit dem Schneebesen unterrühren. Nun kommen die Eier hinein. Ganz am Ende habe ich die unaufgetauten Himbeeren untergehoben. Ist der Teig etwas zu fest, ruhig noch etwas Holunderblütensirup und/oder Cointreau zugeben und flugs auf die Formen verteilen. Ich habe wieder meine Cannelé-Formen benutzt, die mag ich so sehr.

Bei 180 Grad für ca. 20 Minuten gebacken. Et voilà! Noch warm zum Milchkaffee - lauter kleine Gedichte. Sie wärmen mein Herz und streicheln meine Seele.


15. März 2011

Gebacken: Dinkel-Nuss-Brot

Nach dem letzten Dinkelbrot-Fehlversuch - ein klumpiger Fall für die Mülltonne - habe ich heute einen neuen Versuch gestartet. Diesmal nicht in der Sauerteig-Variante und mit ein paar Nüssen, die ich noch vom Müslimischen übrig hatte. Es ist genau richtig geworden, nicht zu fest und nicht zu fluffig und geschmacklich find ich es auch super, nicht zu hefig und nicht zu langweilig.

Die Zutaten für ein 750g-Brot werden genau in dieser Reihenfolge in die Backform des Brotbackautomaten gegeben:

260 ml lauwarmes Wasser
1 TL Salz
300 g Dinkelmehl
150 g Weizenmehl Type 550
1 Päckchen Trockenhefe

Während der Zufüllphase (nach ca. 1 Stunde, das Gerät piept dann meist):

80g Nussmischung (Haselnüsse, Pinienkerne, Cashewkerne)

Meine Zutaten sind allesamt von Alnatura (bis auf das Wasser, das ist Rohrperle). Den Rest macht nun der Automat, man muss es danach nur noch essen :-)



Das nächste Mal werde ich ein 1000g Brot backen, damit das Brot die typische Kastenform bekommt. Bei 750g ist die Backform nicht ordentlich ausgefüllt. Außerdem werde ich versuchen, nach den Gehphasen die Knethaken rauszunehmen. Leider waren sie diesmal noch zu festgebacken vom misslungenen Brot vorher...

13. März 2011

Gebacken: Quatre-Quarts du Printemps


Erneut habe ich aus Aurélies Blog ein Rezept für eine eigene Kreation als Basis verwendet: einen Quatre-Quarts in einer frühlingshaften Variante. 

Meine Abwandlungen: 
Maßeinheit für die vier Grundbestandteile des Teiges bildeten 2 Eier der Größe L, die zusammen 140g auf die Waage brachten. Also kamen 140g Butter, 140g Mehl und 140g Zucker dazu.

Nach einem Zitronen-Quatre-Quarts stand mir nicht der Sinn. Aber ich hatte ja noch eine Tüte getrockneter Blüten im Vorratsschrank entdeckt, die ich vor einiger Zeit bei Madavanilla erstanden hatte. Ohne sie für irgendetwas einzusetzen. Das sollte sich nun ändern - wie wäre es mit einem Frühlingskuchen? In den Teig gab ich nach dem Mehl zunächst 1 EL Orangenblütenwasser (Fleur d'Oranger), dann 2 EL Cointreau, 3-4 Safranfäden und 1-2 EL getrocknete Blüten. Ansonsten alles wie bei Aurélie.

Als der fertige Kuchen abgekühlt war, tröpfelte ich etwas Glasur aus Puderzucker und Cointreau auf die Kruste, um damit einige Blüten zur Dekoration zu befestigen.

Ich finde das Aroma wunderbar! Eigentlich bin ich nicht soooo ein großer Freund von Orangen in Gebäck oder Dessert, denn meist ist es mir zu intensiv oder zu beliebig oder zu künstlich. Hier balancieren sich Fleur d'Oranger und Cointreau sehr geschmeidig aus. Passend zum sonnigen Wochenendwetter.

Un petit sourire.



Quel cadeau magnifique! Zwei Blütentriebe! Hoffentlich behält der erste seine Pracht, bis auch der zweite vollständig erblüht ist.

9. März 2011

Gebacken: kleine Schokoladenbrötchen à la francaise


Eigentlich sollten es ja kleine Röllchen werden. Im Ofen sind sie aber so sehr aufgegangen, dass sie kleinen Brioches näher kommen als kleinen französischen Pains. Egal, sie schmecken köstlich. Nach einem Rezept von Paule. Merci beaucoup!


5. März 2011

Gebacken: kleine Baguettes


Nach Aurélies Rezept gebacken - es schmeckt wirklich gut. Wie ein Original-Baguette nach einem original französischen Rezept eben schmecken muss! Vielleicht ein Appetit-Anreger.