13. Dezember 2010

Gekocht: Zarte Leichtigkeit fein gewürzt


Nach einem Tag voller Stillhalten und andächtigem Lauschen musste Schokozwerg etwas mit den Händen tun. Ohne den übervollen Kopf geht es zwar nie, aber Hauptsache kreativ! Was liegt da näher als eine neue Köstlichkeit auszuprobieren.

Gestöbert, gefunden, gestaunt, gestartet. Am Ende steht - im wahrsten Sinne des Wortes - ein feines Weihnachtsteegelee.

Und das ist drin:
2-4 EL loser Weihnachtstee (z.B. von TeeGschwendner)
600 ml Wasser
Saft von 1 Zitrone
250 g Gelierzucker 2:1
2 EL Rum

Und so wird etwas daraus:
Der lose Tee wird mit dem kochenden Wasser übergossen und muss ca. 5 Minuten ziehen. Ruhig etwas länger als auf der Packung beschrieben, damit er ein kräftiges Aroma bekommt. Danach den Zitronensaft zugeben, am besten durch ein feines Sieb filtern und so die Kerne und das Fruchtfleisch herausfischen. Nun schüttet man den Gelierzucker hinein und kocht das Ganze für mindestens 1 Minute ordentlich auf.

Sobald die Gelierprobe beweist, dass die "Masse" bereit ist, fest zu werden (unter Umständen minutenweise länger kochen lassen), rührt man den Rum ein und füllt das Gelee in die bereitstehenden destillierten Gläser ein. Schraubdeckel drauf, für einige Minuten auf den Kopf stellen und wieder umdrehen. Jetzt Geduld beweisen, bis das Gelee abgekühlt ist - und dann sofort auf's Brötchen.


Es schmeckt herrlich - so schön leicht, mit Zitrushauch und zarter Gewürznote. Perfekt für einen schwebenden Start in einen rauhen Wintertag!

Für das nächste Mal hat sich Schokozwerg vorgenommen, statt der 2 Esslöffel Tee die doppelte Menge zu nehmen. Dann sollte ein richtig kräftiges Gelee herauskommen.

5. Dezember 2010

Gekocht: Dreierlei Frühstücksglück

Alle Jahre wieder stellen wir uns die Frage: Was sollen wir unseren Lieben um Fest der Liebe schenken? Abstruseste Idee schwirrten schon durch die Lüfte und berauschten unsere Gedanken. In diesem Jahr verfielen wir auf etwas bisher Ungewohntes: Wir machen alles selbst! Nur, was?

Schokozwerg wurde bei seiner neuen Leidenschaft gepackt, die er in diesem Sommer für sich und zum Wohle seiner liebsten Mitmenschen entdeckte, dem Zubereiten gar köstlicher Marmeladen. Sich selbst zu loben, verbietet sich vermeintlich. Aber was Männer ohne Schamesröte zu tun vermögen, kann Schokozwerg ebenfalls.

Die eigentliche Schwierigkeit bestand nun darin, zum einen saisonale Produkte zu identifizieren, zum anderen die passenden winterlich-weihnachtlichen Rezepte zu finden. Auf der Suche danach stöberte er in einigen Blogs und mehreren Büchern. Was er entdeckte, machte ihn nicht glücklich. Denn es war nicht wirklich viel. Damit hieß es, selbst die Kreativinitiative zu ergreifen und Marmeladen zu komponieren.

Da fällt ihm ein: Worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen "Marmelade" und "Konfitüre"? Flugs nachgeschaut, hier die Erklärung: "Marmelade" wird offiziell für Produkte verwendet, die auf Märkten (z.B. Wochenmärkten) und im Hof-Verkauf abgegeben werden. Daneben wird dieser Begriff für Erzeugnisse verwendet, die ausschließlich aus Zitrusfrüchten (mindestens 200 g pro 1.000 g Erzeugnis) hergestellt wurden. Alles andere ist "Konfitüre" (oder Gelee, je nach Zubereitung).

Derart gut informiert, begab sich Schokozwerg an die Vorbereitung der ersten Köstlichkeit: eine beerig-samtige Wintermarmelade. Während die Beerenmischung zog, bereitete er zwei Marmeladen zu: eine Winterapfel-Marmelade und eine weihnachtliche Apfel-Pflaumen-Komposition.

Mmh! Wohlige, würzige, fruchtige Düfte durchzogen die Sommerküche, vor deren Fenster die Flöckchen durch die Lüfte tanzten und auf dem Fußweg einen zarten Schneeschleier hinterließen. Also, Musik an, Tee aufgesetzt, und frisch ans Werk!

Beerig-samtige Wintermarmelade
Das kommt hinein:
1 kg tiefgekühlte Beeren (bunt gemischt; im Sommer natürlich alles frisch)
500 g Gelierzucker 2:1
100 ml Apfelsaft (alternativ Orangensaft)
Saft einer Zitrone
2 Zimtstangen
3 Sternanis
1 Vanilleschote
2-3 EL Cointreau (alternativ vielleicht auch Portwein oder Rum? Das merke ich mir für's nächste Mal!)

So wird's gemacht:
Die Beeren werden in einer großen Schüssel mit Apfelsaft, Zitronensaft und Gelierzucker gemischt und für etwa 3 Stunden sich selbst überlassen. Danach ist die Mischung noch immer ganz schön kalt. Trotzdem wird sie jetzt in einen großen Kochtopf gefüllt. Dazu kommen Zimtstangen, Sternanis sowie das ausgekratzte Vanillemark und die Vanilleschote selbst.

Die Masse wird nun zum Kochen gebracht. Sobald sie kocht, heißt es, sich vor Spritzern in Acht zu nehmen. 4 Minuten soll es kräftig brodeln. Sind diese um, nimmt man die Gelierprobe. Ist die dampfende Masse bereit, um in die vorbereiteten Gläser gefüllt zu werden, müssen sämtliche Stangen und Sterne herausgefischt werden. Nun den Cointreau einrühren - und ab in die Gläser! Zuschrauben, für 5 Minuten auf den Kopf stellen, wieder umdrehen, fertig. Naja, nicht ganz. Geduldig warten, bis die Gläser kalt sind. Oder - ganz gewieft - sich ein kleines Schälchen für den unmittelbaren Genuss abzweigen ... oh, so köstlich! Schokozwerg liebt an dieser Marmelade, dass die Gewürze dem Beerenaroma keine Konkurrenz machen, sondern ganz langsam zur Geltung kommen.

Während die Beeren ziehen, ist genügend Zeit für zwei weitere Marmeladen. Zuerst:

Winterapfel-Marmelade
Sie besteht aus:
700 g geschälten und entkernten Äpfeln (am besten sind Wintersorten, heute: etwas mehr Boskoop und etwas weniger Rubinette)
500-600 ml naturtrüber Apfelsaft
Saft einer Zitrone
3 EL Rum
2 TL Lebkuchengewürz
1 Vanilleschote
500 g Gelierzucker 2:1

Ran an die Marmelade!
Die Äpfel werden in Würfel geschnitten und zusammen mit Apfelsaft, Zitronensaft, Lebkuchengewürz sowie dem ausgekratzten Vanillemark und der Vanilleschote aufgekocht. Sie dürfen ruhig teilweise zerfallen und teilweise stückig bleiben. Nach und nach den Gelierzucker zugeben. Wenn er komplett in der Masse versunken ist, soll das Ganze noch 2 bis 3 Minuten kräftig brodelnd kochen. Danach ist es Zeit für die Gelierprobe. Ist diese bestanden, wird zuerst die Vanilleschote herausgenommen und danach der Rum in die Marmelade gerührt. Die sterilisierten Gläser stehen bereit - nun wird die Marmelade eingefüllt. Die fest zugeschraubten Gläser für 5 Minuten auf den Kopf stellen, dann wieder umdrehen und abkühlen lassen. Et voilà!

Hier die zweite "Zwischen-Marmelade" und der dritte Gaumenschmeichler auf dem winterlichen Frühstückstisch:

Weihnachtliche Apfel-Pflaumen-Komposition
Das gilt es vorzubereiten:
500 g geschälte und entkernte Äpfel (Wintersorten machen sich auch hier sehr gut, heute etwa halb Boskoop und halb Rubinette)
600 g entkernte Pflaumen (ja, zugegeben, die Saison ist eigentlich vorbei, aber man bekommt noch gute Früchte)
150 ml kräftigen Rotwein
abgeriebene Schale und Saft einer Zitrone
2 Zimtstangen
2 Sternanis
etwas gemahlene Muskatblüte
3 EL roten Portwein
500 g Gelierzucker 2:1

Und wie kommt alles zusammen?
Äpfel und Pflaumen werden in Würfel geschnitten und mit Rotwein, Zitronensaft, Zitronenschale und Gewürzen aufgekocht. Auch hier wird der Gelierzucker erst nach und nach unter eifrigem Rühren zugegeben. Ist er vollständig untergemischt, kocht die Masse unter kräftigem Brodeln noch etwa 4 Minuten. Die Früchte sollten schön weich werden und zerfallen, eben eine Mischung mit feinen Stückchen.

Wenn die Kochzeit vorüber ist, wird wieder eine kleine Gelierprobe genommen. Hat die angehende Marmelade den Test mit Bravour, d.h. leicht gelierend, bestanden, sind die anglerischen Fähigkeiten gefordert: Zimtstangen und Sternanis werden herausgefischt. An ihrer Stelle wird der Portwein eingerührt - danach sollte man sich für einen Augenblick dem Duft hingeben. Schokozwerg war so berauscht, dass er fast vergaß, die Marmelade in die bereitstehenden Gläser zu füllen. Für 5 Minuten machen diese einen Kopfstand, bevor sie in der Normalposition abkühlen.

Vergessen hat Schokozwerg, eine kleine Portion für den Sofortverzehr beiseite zu stellen. Naja, so wurde eben der Löffel ab- und der Topf ausgeschleckt.

Wie sieht das Ergebnis in Bild und Farbe aus? So: