22. November 2010

Gekocht: Panna Cotta auf indische Art

Nachdem es einige Zeit ruhig geworden war um den CharlottenBlog, folgt hier nun mal eine kleine neue Geschichte. Essen gegangen sind wir wieder einiges, nicht immer nur im eigenen Kiez. Aber dazu später und nach und nach mehr.

Das Kochen und das Backen, letzteres eine große Leidenschaft von Schokozwerg, gehören jedoch gleichfalls wie das Bekochtwerden zum Savoir vivre generell. In dieser Hinsicht passiert einiges in unseren Küchen, was bisher völlig undokumentiert blieb. Nun ja, ein wenig ehrfurchteinflößend sind da einige Blogs, die viele anregende Ideen bieten, regelmäßig aktualisiert werden und großartig aufbereitet sind. Da kann man sich durchaus einiges abgucken, kombinieren und neu kreieren.

Am vergangenen Wochenende war es soweit. Ein verführerisches Panna-Cotta-Grundrezept - ja, die Verführung hat geklappt, obgleich sie ursprünglich nicht geplant war - aus einem Dessertbuch, das in der heimischen Küche derzeit hoch im Kurs steht, wurde für einen bayerisch-indischen Fusionabend erweitert. Indisch sollte es sein, und was gehört dazu? Richtig, Gewürze. Den Anstoß dazu gab eine andere Süßspeise, eine Crème brulée à l'Indienne.

Also, was braucht's?
350 g Schlagsahne
60 g Zucker
1 Vanilleschote
5 g Kardamomsamen
5 Safranfädchen
1 EL Eau de Fleur d'Oranger (Orangenblütenwasser)
3 Blätter Gelatine oder 5 g Agartine
Das Ergebnis wird 4 Schleckermäuler zu lauten Ah- und Oh-Rufen befähigen.

Los geht's!
Bevor irgendein Handgriff getan wird, alles vorbereiten, abwiegen, bereitstellen.

Achtung: Blattgelatine und Agartine werden unterschiedlich zum Einsatz gebracht. Während Blattgelatine aufgeweicht und nach dem Aufkochen in der Masse aufgelöst wird, kommt Agartine kurz vor dem Aufkochen in die sich erhitzende Masse und muss mindestens 2 Minuten mitköcheln. Ich habe beides ausprobiert: mit Agartine war es etwas fluffiger als mit Blattgelatine, geschmeckt hat beides sehr gut, verhindern konnte keines der beiden Mittel, dass sich die Vanille am Boden der Gefäße absetzt. (Im Folgenden die Beschreibung mit Blattgelatine.)

Nun geht's aber wirklich los. Aus der Vanilleschote wird das Mark ausgekratzt. In einem Topf werden Sahne, Zucker, Vanillemark und Schote sowie Kardamomsamen und Safranfädchen aufgekocht. Vom Herd nehmen, Eau de Fleur d'Oranger unterrühren und einige Minuten ziehen lassen. Ab und zu sollte man sich mit der Nase dem Topf nähern, um den Würzgrad zu prüfen. Gefällt es dem Näschen, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, die Mischung durch ein Sieb abzuseihen. Das Vanillemark rutscht durch das Sieb, die anderen Gewürze sollten darin hängen bleiben. Die aufgeweichte Blattgelatine wird hinzugegeben und kräftig mit einem Rührbesen untergerührt, damit sie sich schnell und gut auflöst.

Ist das geschehen, wird die Masse entweder in kleine Portionsschälchen oder eine große Schale (z.B. Auflaufform) gefüllt. Ab in den Kühlschrank für mindestens zwei Stunden, bis die Masse geliert ist.

Dazu passt ein Mangokompott oder, das probiere ich beim nächsten Mal aus, ein Apfelkompott. Eine weitere Idee: Ananas. Der Kreativität und Kombinationsfreude sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt.

Und optisch? So sah es bei mir aus:


Ups, da war wohl jemand mit seinem Löffelchen ganz schnell zur Stelle!

Den Gästen hat es geschmeckt, dem Schokozwerg sowieso. Das wird also wieder serviert!