29. August 2010

Im Schein der Gaslaternen

Endlich! Endlich haben es Nyhet und Schokozwerg geschafft. Aufgerafft, Programm studiert, entschieden und auf den Weg gemacht. Wohin? In die Lange Nacht der Museen. Seit Jahren eine Institution des Berliner Kulturlebens, die Sommers wie Winters jede Menge kulturinteressierter Einheimische und Touristen anzieht, zu ungewöhnlicher Stunde durch Museen und andere museale Sehenswürdigkeiten zu pilgern. Immer wieder dachte sich Schokozwerg, das müsste er wenigstens ein Mal mitmachen. Am Morgen danach ist er sich sicher, bei diesem einen Mal wird es wohl nicht bleiben.

Verlockend waren nicht die gängigen Häuser wie die Museen des Preußischen Kulturbesitzes. Obgleich interessant und mit Neuem oder Altbekanntem aufmerksam machend, sind sie doch stets da, normal zugänglich und allseits bekannt. Darin tritt sie wieder zutage, die Krux, die andere auch schon erlebt haben dürften: die gewisse Lässigkeit, die Aufschieberitis, sich mit etwas Zeit lassen zu können, man habe es ja nicht weit, wohne ja vor Ort entfernt, sei ja jeden Tag da. Sollen doch die Touristen die Warteschlangen bilden, sie sind schließlich nur vorübergehend in der Stadt und haben diesen Druck, binnen Stunden oder Tagen all‘ das abzuklappern, wofür wir alle Zeit der Welt haben. Und dann? Dann verpasst man es eben doch, weil man sich nicht aufraffen konnte, ständig etwas anderes im Wege war und man den Wunsch aus den Augen verlor. So kommt es, dass man sich am letzten Tag einer Ausstellung in die jetzt gewaltige Warteschlange einreiht und sich ganz fest vornimmt, beim nächsten Mal rechtzeitig die Kurve zu kriegen.

Das Programm der Langen Nacht machte Appetit auf die abseitigen Sehenswürdigkeiten, auf die man noch nie gekommen war oder die sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Ein wenig festlegen muss man sich vorher, zu umfangreich wäre das Vorhaben, alles abklappern zu wollen. Wir wollten in Charlottenburg bleiben und hatten schnell „unsere“ Attraktionen ausgemacht: Synagogen in der Passauer und Joachimsthaler Straße und eine kleine Gaslicht-Tour.

Nachdem wir uns an Pflaumenkuchen aus der heimischen Backstube gestärkt hatten, brachen wir in die frühherbstliche Dunkelheit auf. Im Museum für Fotografie besorgten wir uns die Karten und mussten dann den Shuttle-Bus suchen, der uns zum Wittenbergplatz bringen sollte. Das war kein leichtes Unterfangen und erscheint uns stark verbesserungswürdig. Die Hinweise im Programmheft müssen wir als eher dürftig bezeichnen, vor den Museen fehlten Wegweiser, wo denn die Busse abfuhren. Nun ja, anderen erging es ähnlich, gemeinsam fanden wir uns schließlich zurecht und erfreuten uns nichtsdestotrotz an dieser komfortablen Fortbewegung von Wunschziel zu Wunschziel.

Die erste Synagoge, Tifereth Israel (Schönheit Israels), befindet sich in der Passauer Straße, einer kleinen Seitenstraße des Tauentziens. Aus dem Fenster sieht man auf die Westseite des KaDeWe. Schon das Treppenhaus zog Schokozwerg und Nyhet in seinen Bann. Im Erdgeschoss eine beeindruckende Stuckdecke, der Weg nach oben um einen Aufzug herum vorbei an pastelligen Wänden mit dezentem Stuck. Die sefardische Synagoge, die erste in Berlin nach dem Holocaust, ist in einer Privatwohnung untergebracht. Im Gebetsraum lauschten viele Interessierte andächtig des Erzählungen, stellten viele Fragen und ließen sich anschließend in einen Gemeinderaum locken, wo Speis‘ und Trank gereicht wurden. Einfach so.

Zur aschkenasisch-orthodoxen Synagoge in der Joachimsthaler Straße gingen wir zu Fuß. Als wir an dem von außen nüchtern anmutenden Gebäude ankamen, hieß es zunächst, sich in einer Schlange Wartender einzureihen. Die Sicherheitskontrolle. Abgesehen von einigen älteren Herrschaften, denen es entweder zu kalt oder zu höflich war, sich am Ende einzureihen, ließen sich alle geduldig im Strom der Neugierigen dem Eingang entgegen treiben. Die Zeit wurde uns nicht lang: an uns vorbei strebten junge Touristen dem Q-Dorf entgegen und boten uns unfreiwillig Stoff zu Reflexion und süffisanten Interpretationen. Schließlich hatten wir die Kontrolle passiert und kamen durch einen Innenhof in die Synagoge. Sie wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in der ehemaligen Turnhalle der Schule der Jüdischen Gemeinde eingerichtet, deren letzte Schüler 1942 deportiert worden waren. Ursprünglich gehörte das Haus der jüdischen Loge B’nei Brith.

Vor uns öffnete sich ein beeindruckender Raum: hoch, mit weißen Wänden und einer Decke, die von goldenem Stuck überzogen ist. Der hintere Frauenbereich ist durch eine halbhohe Holzwand von den vorderen, den Männern vorbehaltenen Sitzreihen abgetrennt. Dort in der Mitte ein Podest, auf dem ein Mitglied der Gemeinde vieles zur Geschichte der Gemeinde, über die Religion, die Riten, die Traditionen erläuterte, die zahlreichen Fragen beantwortete und so ein nicht versiegen wollender Quell an Wissenswertem und Informativem darstellte. Wir lauschten andächtig, schauten uns um und freuten uns der Gelegenheit, einen Blick hinter die Fassade werfen zu dürfen.

Als wir hier unseren Erkenntnisdurst gestillt hatten, brachen wir zu unserem letzten Ziel auf. Mit dem Bus fuhren wir zum Schloss Charlottenburg, wo die Gaslicht-Rundfahrt starten sollte. Die beiden Experten fuhren ganz cool an der richtigen Haltestelle vorbei, um dann flotten Schrittes zurück zu eilen, überrascht, wie weit der Weg doch war, und getrieben, weil wir nur äußerst ungern auf die nächste Abfahrt eine halbe Stunde später warten wollten. Immerhin wurde uns dabei angenehm warm, was uns bei der Warterei auf den Rundfahrt-Bus nutzte. Der Doppeldeckerbus kam alsbald, und die Menschen stürzten in ihn hinein nach oben, als gälte es ihr Leben. Wir waren erschüttert. Südeuropäische Gelassenheit scheint ein Ideal zu bleiben, das nur im Urlaub ausgelebt und leider nicht in den Alltag hinübergerettet werden kann.

Wir nahmen unten Platz und schauten vorfreudig gespannt in die Charlottenburger Nacht. Der Bus nahm Kurs auf die Straßen, die noch von Gaslaternen gesäumt werden, drinnen ging das Licht aus. Mitglieder des Vereins, der sich für den Erhalt der Gasleuchten in Berlin einsetzt, erläuterten die unterschiedlichen Typen der Gaslaternen und erzählten allerhand Unbekanntes zur Geschichte und den aktuellen Diskussionen. Schließlich will der Senat aus verschiedenen Gründen auf elektrische Beleuchtung umrüsten, und davon hatten zumindest Nyhet und Schokozwerg noch nichts gewusst. Zunächst fuhren wir die Schlossstraße mit entlang, die gesäumt wird von Lampen des Typs Hängeleuchte und an deren Ende der einzige originale fünfarmige Gaslichtleuchter steht. Über 100 Jahre alt, stand und steht er Modell für zahlreiche Nachbauten in dieser Stadt. Dann führte uns der Weg durch die Windscheidstraße, wo der moderne Typ der Reihenleuchte am Peitschenmast dominiert. Durch die Gervinusstraße gelangten wir zur Holtzendorffstraße, durch die der Bus uns am Amtsgerichtsplatz vorbei in Richtung Lietzensee kutschierte. Wir warfen einen Blick in die Leonhardstraße, wo der Typ der Aufsatzleuchte vorherrscht und wir auf eine andere Besonderheit aufmerksam gemacht wurden: die doppelreihige Anordnung. Jeweils eine Leuchtenreihe beleuchtet ein Fahrbahnseite, und jeweils eine eigene Leuchtenreihe erhellt den Weg des Fußgängers. Das wäre uns sicher nie aufgefallen, wenn wir nicht diese Tour gemacht hätten. Am Ende der Suarezstraße bogen wir in die Kuno-Fischer-Straße ein, bevor der Bus über Wundt- und Danckelmannstraße zurück zu unserem Ausgangspunkt fuhr. Alles Straßen mit traditioneller Gasbeleuchtung, wer hätte das gewusst. Eine sehr informative Fahrt, nach der wir die Leuchten Berlins und vor allem Charlottenburgs ganz anders wahrnehmen dürften.

Die Lange Nacht der Museen in Berlin – erheiternd, aufregend, spannend, bereichernd, informativ, überraschend. Genau das Richtige für die Neugierigen unter uns!

18. August 2010

Brot-Zeit in der preußischen Metropole



18 Uhr. Die Happy Hour hat begonnen. Eine lange Schlange windet sich durch die Hofpfisterei in der Goethestraße. Mehr oder weniger geduldig warten zahlreiche Freunde des bayerischen Brotes und hoffen, dass die von ihnen präferierte Sorte noch vorrätig ist, sobald sie an der Reihe sein werden. Schokozwerg war zum ersten Mal zu dieser späten Stunde dort und hatte großen Spaß an einer Szene, die sich vor ihm abspielte.

Zwei ältere Damen, offenbar Freundinnen, weißhaarige Pagenschnitte, rüstig, mobil, mit kleinen Rucksäcken, Sportschuhe, machten sich Sorgen, ob sie denn das richtige Brot finden würden. Eifrig wurden die Laibe aus der Ferne begutachtet und kritisiert. Eine der beiden trat recht dominant auf, schlug eine Sorte nach der anderen vor, stets begleitet von der Nachfrage: „Aber isst du das denn wirklich?“ So ging es hin und her. Kaum war eine Sorte ausverkauft, konnte man von der schüchternen Dame ein leises Seufzen vernehmen, während die andere sofort einen neuen Vorschlag parat hatte. Andechser? Rustikal? Oder lieber Öko-Sonne? Erhielt sie Zustimmung, hakte sie nach: „Aber nicht, dass es wie beim letzten Mal abläuft und du es wieder nicht magst?!“ Ein beschwichtigendes „Nein, nein! Ich esse das ganz bestimmt“ war die Antwort. Die Schlange rückte langsam weiter, und alsbald machte sich auch Schokozwerg Gedanken, worauf er denn Appetit hatte. Schließlich war es soweit: die beiden Damen sollten ihren Wunsch äußern. Und wieder ging das Gekabbele los. Sonnenblumenkern? Bauernbrot? Unruhe kam auf, unter den Wartenden und bei der Verkäuferin. Noch immer gab es keine Einigung zu vermelden, da fragte die Mutigere: „Das Öko-Rustikal. Ist das ein Vollkornbrot?“ In diesem Moment kringelte sich Schokozwerg vor Lachen, selbstverständlich nur innerlich, sah er doch die Reaktion voraus. Von der anderen Seite der Theke war ein „Nein, leider nicht“ zu hören. Leichtes Zögern bei den Damen, ein gehauchtes „Ach so, auf Wiedersehen!“, weg waren sie. Und das nach einer Viertelstunde Anstehens.

Da kann man etwas erleben in der letzten Stunde vor Toreschluss. Und es lohnt sich! Bis 18.30 Uhr kosten die Tagesbackwaren der Hofpfisterei 25 Prozent weniger, danach sind es sogar minus 40 Prozent. Ein Besuch ist jedoch auch zu anderen Zeiten eine Freude. Die aus Natursauerteigen hergestellten runden Brotlaibe sind im Regal hinter der Theke ausgestellt. Man kann ein Viertel nehmen, man kann ein halbes oder gar ganzes Brot bekommen. Auf Wunsch und gegen einen Aufpreis von 10 Cent wird es geschnitten. Die Vielfalt ist beeindruckend groß, alles in Öko-Qualität produziert. Sich einen Überblick auf die Schnelle zu verschaffen, das fällt nicht leicht. Behilflich ist da das Faltblatt der Sortimentsübersicht, das alles Wissenswerte über die Brote beschreibt. Noch dazu macht es Lust darauf, sich durch die große Auswahl nach und nach durchzukosten, bis ein jeder seine Favoriten ausgemacht hat.

Angesichts der Preise ist Schokozwerg früher vor einem Einkauf in der Hofpfisterei zurückgeschreckt. Warum ist das nun anders? Nun, einerseits kann er es sich jetzt leisten, andererseits will er es sich leisten. Das Viertel hält sich stets eine Woche bis zum nächsten Besuch frisch, obwohl es ohne Konservierungsstoffe gebacken wurde. Einfach im Brotpapier, in dem es verpackt wurde, lassen, und ab in den Brotkasten. Da ist es auch nicht teurer, als würde man in derselben Zeit zwei halbe (Bio-)Brote kaufen müssen. Das gewichtigste Argument ist jedoch: Es schmeckt vorzüglich!

Manch einer fragt sich an dieser Stelle vielleicht, welche Sorten die besten sind. Das kommt darauf an, ob man lieber Mehrkornbrot, Roggenbrot, Roggenmischbrot, Weizenbrot oder Weizenmischbrot mag. Eine weitere Überlegung ist das Getreide wert: gemahlen oder geschrotet. Durch den roten Brotkasten von Schokozwerg wanderten bisher Öko-Sonne, Andechser Brot, das dunkle Öko-Bauernbrot, Öko-Sonnenblumenkernbrot, Öko-Spezial und Öko-Rustikal, und sie enttäuschten ihn kein einziges Mal.

Angeboten werden jedoch nicht nur Natursauerteigbrote, sondern auch Backwaren, Croissants (in bayerischer Manier „Bamberger“ genannt), Pannini und Semmeln, Baguettes (pur, mit Oliven oder getrockneten Tomaten), diverse Weißbrote – und natürlich Brez’n! Diese schmecken hervorragend, richtig bayerisch eben. Besonders lecker sind sie ganz frisch pur oder nur mit frischer Butter, aber auch deftig zu Würschtle. Weiterhin gibt es Wurstwaren aus der hauseigenen Öko-Metzgerei Landfrau, über die Schokzwerg jedoch noch nicht zu urteilen vermag. Er hat sich bisher ausschließlich an den Backwaren gütlich getan.

Das Konzept und das Angebot der Hofpfisterei scheinen in Berlin – einziger Standort außerhalb Süddeutschlands! – gut aufgenommen zu werden. Neben dem Geschäft in Charlottenburg gibt es inzwischen vier weitere in vier verschiedenen Bezirken, und für neue Filialen sucht die Hofpfisterei Ladenflächen.

In diesem Sinne: Pfiaddi! Bis bald in der Hofpfisterei! 


Wohin: Hofpfisterei. Goethestraße 39/40.

15. August 2010

Immer der Nase nach - Genuss liegt in der Luft

Der eine oder andere Leser mag vielleicht den Eindruck gewonnen haben, dass Nyhet und Schokozwerg bevorzugt außer Haus genießen. Sind doch bisher Cafés und Restaurants in unserem Blog gewürdigt worden. Das ist jedoch nur eine Seite unseres Charlottenburger Lebens. Zugegeben, die Verlockungen sind groß, und oft genug sagen oder schreiben wir uns, dass wir hier und dort unbedingt vorbeischauen müssen. Wenn ein Café hübsch verwunschen, schnuckelig oder einfach nur gemütlich aussieht. Wenn ein Restaurant neu eröffnet hat, uns ein Lokal empfohlen wurde oder wir beim Blick auf ein Menü spüren, wie uns der Zahn tropft.

Die andere Seite spielt sich in den eigenen vier Wänden ab, genauer: in der Küche. In der einen wird gern der Kochlöffel geschwungen, während in der anderen bevorzugt süße Köstlichkeiten gezaubert werden. Das ergänzt sich ganz gut und könnte irgendwann in eine gemeinsame kulinarische Komposition münden. Einig sind sich die zwei hingegen schon längst in einer anderen Genussfrage: Kaffee oder Tee? Kaffee und Tee!

Nach unzähligen Testkäufen waren wir recht festgelegt, wo wir die Zutaten für die Getränkezubereitung erwarben. Nie enttäuscht vom Malongo-Kaffee, der in Berlin in den Galeries Lafayette erhältlich ist. Gut, etwas teurer, aber unsere Devise lautet, lieber ein Mal gut als fünf Mal schlecht gespeist und getrunken. Das ist es uns wert. Den Tee beziehen wir bei TeeGschwendner, dem wir seit Jahren die Treue halten. Und das mit einem differenzierten Blick, denn nicht in allen Läden wird man immer freundlich bedient. Aber zum Glück gibt es in Berlin genügend Ausweichmöglichkeiten, zudem ist der Internet-Shop eine gute Alternative. Obgleich der menschliche Kontakt im Geschäft etwas ist, worauf wir nicht verzichten möchten.

Müssen wir auch nicht, denn es gibt eine Neuentdeckung in unserer Ecke, von der wir begeistert sind. Hier kaufen wir beides, köstlichen Kaffee und ebenso köstlichen Tee. Ein kleines Geschäft. Ein feines Geschäft. Das ist der „Teeladen“ in der Goethestraße. Betritt man ihn, wird man von der Inhaberin, Frau Schieler, freundlich empfangen. Man hört sofort, dass sie aus Baden-Württemberg kommt und fragt sich, ob man nicht doch gerade im Prenzlauer Berg ist. Nein. Charlottenburg.

Es ist luftig und großzügig. Rechts ein Regal voller großer Teedosen. Links findet sich eine Mischung aus Tees und Kaffees, aber auch Süßes wie Schokolade, Konfitüren und Gebäck lockt. Viel Bio. Daneben verkauft Frau Schieler Praktisches und Schönes wie Teegläser und Porzellan. Ob grün, schwarz oder weiß. Ob Früchte oder Roiboos. Ob pur oder aromatisiert. Jeder Teeliebhaber dürfte etwas finden, was ihn reizt oder was er noch gar nicht kennt. Ein wahres Universum und eine unglaubliche Fülle, durch die es sich durchzutrinken gilt. Steht man unschlüssig vor den arrangierten Dosen, kann man sich auf Frau Schielers Hilfe und Empfehlungen verlassen. Nichts wird aufgedrängt, geduldig erkundet sie die Vorlieben, lässt schnuppern und verpackt auch kleine Proben. Ab und zu bietet sie zubereiteten Tee zum Kosten an.

Nicht nur der Tee überzeugt, auch der Kaffee. Alle Sorten sind Bio und in Bohnen oder gemahlen erhältlich. Aber hatten wir schon einmal etwas von Ökotopia oder Cavallo Nero gehört? Hatten wir nicht. Ein völlig unbekanntes Terrain. Umso besser, es gab und gibt also wieder neues zu erkunden! Angetan sind wir vor allem von Cavallo Nero. Preislich liegt er zwar höher als Malongo, was schon ein wenig piekt, wenn wir die Geldbörse zücken. Dennoch ist er jeden Euro wert. Sein Geschmack, seine Fülle, umwerfend! Die Espresso-Röstungen führen zu Tässchen voller Aromen, die weich und rund auf der Zunge liegen. Ein absoluter Hochgenuss, der sich auch mit Milch voll entfaltet. Noch nie haben wir so von Kaffee geschwärmt.

Bei jedem Besuch im Laden tauschen wir uns mit der Inhaberin aus, die ganz neugierig auf die Erfahrungen ihrer Kunden ist. Kein Wunder, ist es doch kaum zu schaffen, alle angebotenen Tee- und Kaffeesorten selbst zu probieren. Also fragt sie alles: ob der Kaffee auch als Espresso schmeckt, ob er Säure hat, wie die Crema ist, wie der Tee schmeckt, ob die Tassenfarbe der Beschreibung entspricht, wie sich das Aroma entfaltet. Einfach alles. Sehr sympathisch und einer von vielen Gründen, immer wieder zu kommen. Inzwischen habe sie schon eine ansehnliche Stammkundschaft, und auch Laufkunden finden den Weg zu ihr. Das stimmt zuversichtlich. Zwar sei es im Sommer etwas schwierig, da die meisten eher zu kühlen Getränken greifen. Aber auch dafür bietet sie das Passende an: Eistees. Und der nächste Herbst kommt bestimmt.

Wohin: Teeladen. Goethestraße 17.


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